Theaterkompass.de Logo

Von Wünschen, Sehnsüchten und Träumen

Die Tänzer in dunklen Kostümen, die Bühne dunkel und leer, der Boden dunkelblau ausgeleuchtet, das ist der Hintergrund auf dem sich der "Lebensweg einer Frau" in Schläpfers Choreographie zum dritten Klavierkonzert von Alfred Schnittke entfaltet. Und dieser Lebensweg hat Höhen und Tiefen. Eine Frau...

Die Macht der Gefühle

In vier Episoden erzählt Crystal Pite in ihrem Stück "The You Show" von der Komplexität der zwischengeschlechtlichen Liebesbeziehung. Es ist eine Show vom Du, in dem das Ich selbstverständlich immer auch mitgedacht ist. In der ersten Episode wird an den Zuschauer appelliert, sich an eigenes Erleben ...

Rasender Stillstand

"Ich bin wie Othello – mein Tagwerk ist vorbei" – soll Richard Wagner auf seinem Sterbebett gesagt haben. Ob diese von seiner Ehefrau Cosima berichtete Geschichte stimmt oder nicht, Tatsache ist, dass es dabei um die Lebensbilanz eines Mannes geht, der der Nachwelt große Werke, vollendete Projekte h...

Now & Next FORUM im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Wieder einmal konnte der Zuschauer vier sehr unterschiedlichen Positionen des Choreographennachwuchses im Tanzhaus NRW im jüngsten Now und Next kennenlernen. "Die Geschichte vom gar traurigen Feuerzeug" aus dem Kinderbuch Struwwelpeter dient Sanja Tropp Frühwald als Grundlage ihres Stückes "Vanis...
ariepe

Ironisches Verwirrspiel

Was ist Rolle, was ist Authentizität? In Ben J. Riepes neuem Stück "Untitled: Natura" versuchen die Darsteller den Zuschauer aufs Glatteis zu führen, wenn sie ihn wie in der Vorstellungsrunde einer therapeutischen Gruppensitzung mit Identifikationsproblemen bekannt machen. Selbstverständlich gehör...
amacras

Anderswo ist überall

"Dies ist kein Stück über Berlin." so betitelt Constanza Macras à la Magritte gleich zu Anfang ihr Stück "Berlin Elsewhere", mit dem die Spielzeit 2011/12 im Tanzhaus NRW eröffnet wurde. Berlin steht hier als Chiffre für jede moderne Großstadt, denn die widergespiegelten Neurosen lassen sich gewis...

Tröstung

Der Chor auf einem breiten Balkon im Bühnenhintergrund, das Orchester wie üblich im Graben, das Corps de Ballett auf der Bühne: Himmel, Hölle, Erde? Wenn Martin Schläpfer sich für seinen neunten Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein Brahms "Ein Deutsches Requiem" vorgenommen hat, könnte dies...

Now & Next im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Das Programmformat "Now und Next" des Tanzhauses NRW bietet den Künstlern die Chance sich zu erproben, sich international und interdisziplinär auszutauschen. Und das Publikum hat die Chance, unterschiedliche Ansätze kennenzulernen. Dass das äußerst spannend und anregend sein kann, zeigte wieder einm...

Gefesselt

Das Licht ist nicht richtig, der Tanzpartner bewegt sich nicht schnell genug, die drei Musiker machen nicht, was sie sollen. Shanell Winlock hat viel zu tun, um die Männer in Gregory Mansons Stück "Southern Comfort" dazu zu bewegen, ihren Anweisungen für die Probe einer Choreographie zu folgen. Ihr ...

Die dunkle Seite des Seins

Renommierte Choreographen empfehlen junge Künstler, das ist die Idee der Reihe "Global Dance Alliances" des Tanzhauses NRW. Dank der diesmaligen Mentoren Gregory Maqoma und Sidi Larbi Cherkaoui wurden die Zuschauer in einem Doppelprogamm mit zwei ausdrucksstarken, südafrikanischen Choreographinnen b...

Vögel, Menschen, Wölfe

Vier unterschiedliche Stücke hat Martin Schläpfer für seinen achten Ballettabend an der deutschen Oper am Rhein zusammengestellt. Sein "Streichquarett" von 2005, mit dem renommierten Prix Benois de la Danse ausgezeichnet, bildet den Auftakt. Eindrucksvoll kommt dabei sein eigner Stil der Akzentuie...

Vergessen und Erinnern

Verspielt und manchmal auch slapstickartig setzt sich Kaori Ito in ihrem Dreipersonenstück "Island of no memory" mit dem Thema des Erinnerns auseinander. So zeigt sie, dass der Verlust des Erinnerungsvermögens nicht nur zu Angst und Unsicherheit führen muss,. sondern auch Freude am Wiederentdecken...

Übergänge

Die russische Choreografin Olga Pona ist den Düsseldorfern schon durch diverse Gastspiele im Tanzhaus NRW bekannt, und so lässt sich ihre choreographische Entwicklung gut verfolgen. Bereits vor zwei Jahren hatte sie den Weg in die Abstraktion eingeschlagen. In ihrem jüngsten abendfüllenden Stück "Co...

Pur und Romantisch

Wie schon in seinen bisherigen Ballettabenden für die Deutsche Oper am Rhein bringt Martin Schläpfer auch in seinem siebten unterschiedliche Choreographien zur Aufführung. Hans van Manens Stück "Compositie" aus dem Jahre 1994 bildet den Auftakt des Abends. Zwei einfache quadratische Holztische auf...

Feuer der Leidenschaften

Brauchen wir heute noch Helden? Und wenn ja, wie sollten sie sein? In einem Prolog zu seinem neuesten Stück "Prometheus Landschaft II" lässt Jan Fabre vielfältige Möglichkeiten durch-deklinieren; immer von der Frage begleitet, ob man verzweifelt sei, und einer anschließenden aggressiven Aufzählung...

Wir und die Anderen

Elektronische Musik, unterlegt mit Vogelgezwitscher und Grillenzirpen. Drei Skulpturen, an Kricke-Plastiken erinnernd, ein filigranes Drahtgespinst, Schattenrisse auf der Wand. Das ist der atmosphärische Hintergrund, vor dem sich Priovilles Stück "Nous" entfaltet. Drei Tänzer versuchen in 80 Minuten...

Geknirsch im Körpergebälk

Was geschieht, wenn wir unseren Körper bewegen? In atemberaubendem Tempo ruft uns eine Performerin des Australian Dance Theatre in Erinnerung, wie komplex das System Mensch ist, was bei einer einzelnen langsamen Bewegung in Muskeln und Gehirn abläuft. Allein um in etwa synchron mit der Bewegung ihre...

Im Warteraum

Warten auf den Abflug, Warten auf die Abfertigung. Warten auf die Ankunft der Liebsten. Das ist das Ausgangszenarium von Stephanie Thierschs neuester Choreographie "as if (we would be)", die am 15.01.2011 im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde. Die Warteräume der Flughäfen der Welt ähneln sich und die...

Jonglieren in virtueller Landschaft

Präzision zeichnet sowohl Informatik als Jonglierkunst aus. Und wenn beides aufeinander trifft, entsteht eine überaus poetische Performance, zumindest wenn man Adrien Mondot heißt und wenn man beides zu verbinden weiß. Im Tanzhaus NRW war jetzt anlässlich des Festivals Temps d'Image seine Kreation...

Effiziente Partnersuche?

Nach drei bis zehn Sekunden ist alles gelaufen, dann ist entschieden, ob man das Gegenüber sympathisch oder unsympathisch findet. Das, was man Intuition nennt, speist sich dabei aus der Mimik und Gestik. Und natürlich ist auch das Aussehen entscheidend, wenn Männer Frauen wählen mehr als andersher...

Young Korean Choreographers´ Night im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

"Transforming View" des Oh! My Life Movement Theater ist eine zeitgenössische Form- und Bewegungsstudie, die auch Qi Gong-Bewegungen in die Choreographie integriert. Park Young-Cool und Jung Lee Su waren absolut aufeinander bezogen und lieferten ein Beispiel äußerster Präzision. Das nachfolgende ...

Koreanisches Lebensgefühl

Der dritte Abend des Festivals Kore-A moves, das mit der koreanischen Tanzszene bekannt machen möchte, wurde mit drei zeitgenössischen Stücken vom Laboratory Dance Project, der Kompagnie der Korean National University of Arts, im Tanzhaus NRW gestaltet. Diese gehört, wovon man sich an diesem Abend...

Zwischen Tradition und Moderne

Mit der lebendigen koreanischen Tanzszene, die hierzulande unbegreiflicherweise wenig Beachtung findet, möchte das Tanzhaus NRW im Rahmen des Festivals "Kore-a Moves" bekannt machen. Die Bandbreite reicht vom religiös-zeremoniell geprägten über den klassisch-modernen Tanz bis hin zu jungen noch un...

Schattenspiele

Now & Next, so nennt sich eine Programmreihe des Tanzhauses NRW, die auf junge Talente aufmerksam machen will. In diesem Rahmen war im Oktober 2010 zunächst die Performance "Beginning" zu sehen. Während Andrea Bolzic, ganz in Weiß gekleidet, sich bewegte, zeichnete Julia Willms dazu mit schwar...
ariepe

Auf den Hund gekommen

Hundstage das sind die heißen Sommertage, von denen es in diesem Sommer mehr als genug gab. Und "Hundstage" betitelt Ben J. Riepe sein neuestes Stück, das während eben dieser heißen Tage im Mousonturm in Frankfurt entstand, und jetzt im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde. Es handelt davon, was übrig bl...

Tradition und Moderne

Wie Schattenrisse bilden sich die Silhouetten zweier Tänzer vor einer Videoleinwand ab. Es donnert und regnet. Mit diesem stimmungsvollen Gewitterbild beginnt die Aufführung von "Le Sacre du Printemps" der Companie Heddy Maalem. Sie bildete den Abschluss des SACRE PLUS Festivals im Tanzhaus NRW. ...

Der enthusiastische Dirigent

Im Rahmen des Festivals "Sacre Plus" trat Xavier Le Roy im Tanzhaus NRW auf. Der französische Choreograph sorgte mit seiner ungewöhnlichen Interpretation von Igor Strawinskys "Sacre du Printemps" für Irritationen, denn statt einer getanzten Version sah man ihm beim Dirigieren eines imaginären Orch...

Bekannte Gefühle

Dario Fos Stück "Offene Zweierbeziehung", 1983 uraufgeführt, war in den 1980er Jahren ein beliebtes Theaterstück, thematisiert es doch die damals brisante Frage, wie eine Partnerschaft oder gar Ehe ohne Lüge und Spießertum in Freiheit geführt werden könne. Die Lösung, die sich anbot, war die sogen...

b.05 Balletabend in der Deutschen Oper am Rhein

Schuberts Walzer in einer Einspielung mit Violine und Gitarre regten Martin Schläpfer zu seiner "Pezzi und Tänze" betitelten Choreographie an, die jetzt den Auftakt zu seinem fünften Ballettabend in der Deutschen Oper am Rhein bildet. Diese Walzer werden in Kontrast zu den 1956 entstandenen Tre Pe...

Widersprüche

Was haben Burka und Bondage gemeinsam? Zwei scheinbare Gegensätze? Der Titel der neuen Produktion von Helena Waldmann macht neugierig und setzt Überlegungen in Gang. Die aktuellen Debatten über das Tragen der Burka in westlichen, christlich geprägten Ländern, das Verbot der Burka in Belgien, die w...

Das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt

"Wir sehen, daß in dem Maße, als in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer strahlender und herrschender hervortritt", schreibt Heinrich von Kleist 1810 in seiner kleinen Studie über das Marionettentheater, in der er Überlegungen zu Korrespondenzen zw...

Die Macht der Vampire

Ein Alptraum wird wahr. Der Milliardär Meisner ist entführt worden und findet sich auf einem OP-Tisch wieder. Zur Identifizierung wird ihm eine Gewebeprobe entnommen. Alles Argumentieren und Verhandeln nützt nichts. Zum ersten Mal in seinem Leben steht er einem ebenbürtigen Gegner gegenüber, ist ihm...

Gemischte Gefühle

"Baker's Dozen" von Twyla Tharp bildet den heiteren Auftakt des vierten Ballettabends von Martin Schläpfer in der Deutschen Oper am Rhein. Minutenlang lauscht das Publikum im unbeleuchteten Saal den vom Ragtime inspirierten Klängen von Willie "The Lion" Smith, am Klavier von Cécile Tallec gespielt...

Frühlingserwachen

Als "L’Après-midi d’un Faune" nach der Musik von Claude Debussy im Jahre 1912 von Waslaw Nijinsky uraufgeführt wurde, löste es einen riesigen Skandal aus, und Nijinski wurde mit seiner bahnrechenden Interpretation zum Wegbereiter des modernen Tanztheaters. Marie Chouinard schuf 1994 eine eigene Vers...

Balzrituale

Endlich ist der Frühling gekommen, die Sonne scheint, es wird wärmer und beginnt zu blühen, die Tierwelt ist in Paarungslaune. Ganz passend zur Jahreszeit kam jetzt "Out of context" von Alain Platel im Tanzhaus NRW zur Aufführung. Das Stück beginnt ganz gemächlich, die sechs Tänzer und drei Tänzerin...

Im Labyrinth

Unmöglich, die verwickelte Handlung des Orlando furioso von Ariost in kurzen Worten zusammenzufassen. Unmöglich, diese Geschichte auf der Bühne wiederzugeben. Dennoch scheint die Erzählung aus der Renaissance so zu faszinieren, dass sich Händel in drei Werken ihrer angenommen hat und dass sich Coc...

Variationen

Für den zweiten Ballettabend in Düsseldorf hat Martin Schläpfer auf seine vom ballettmainz 2002 uraufgeführte, abendfüllende Choreografie "Kunst der Fuge" zurückgegriffen. Musikalische Grundlage bildet das gleichnamige Bachsche Werk, wobei Schläpfer fünf unterschiedlich instrumentierte Einspielung...

Neuschöpfung

Das Klonschaf Dolly hat wahrscheinlich schon das Zeitliche gesegnet, das erste Retortenbaby ist inzwischen selbst Mutter geworden, auf natürliche Weise. Aktuell ist eine Debatte darüber entbrannt, ob man ein Kind zeugen darf, das dann seinem erkrankten Geschwisterkind als Spender dienen soll. In sei...

Das Öffentliche und das Private

Das Scheitern der Revolution ist absehbar. Statt der erhofften Freiheit hat sich Not und Gewalt breit gemacht. Georg Büchner lässt uns in seinem Drama "Dantons Tod" an diesem kritischen Punkt der französischen Revolution teilhaben. Danton, übergewichtig, ein Mensch voller Widersprüche, lebenshungr...

Tänze der Nacht

In seinem dritten Ballettabend zeigte der neue Balletdirektor Martin Schläpfer an der Deutschen Oper am Rhein drei unterschiedliche Positionen des Ballettanzes. Die "Serenade" nach dem gleichnamigen Musikstück für Streicher von Peter I. Tschaikowsky ist dem klassischen Ballettanz verpflichtet und ...

Im Wartesaal

Der 1900 an der Pariser Opéra comique uraufgeführte musikalische Roman "Louise" von Gustave Charpentier wird jetzt an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf in einer Inszenierung von Christoph Loy gezeigt, die bereits 2009 in Duisburg Premiere hatte. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts üb...

Wenn Sehnsüchte baden gehen

Tennessee Williams’ psychologisches Drama "Endstation Sehnsucht", 1947 in New York uraufgeführt, 1951 von Elia Kazan mit Vivien Leigh und Marlon Brando verfilmt, hatte jetzt in einer Neuinszenierung von Stephan Rottkamp am Schauspielhaus Düsseldorf Premiere. Der Titel, im Original "A Streetcar nam...

Liebespilgerschaft

Die Deutsche Oper am Rhein startet mit der deutschen Erstaufführung der lyrischen Komödie "Les Paladins" von Jean-Philippe Rameau eine Serie mit Opern des französischen Barockkomponisten. Rameau vereint in dieser Oper die französische höfische Vorliebe der Ballettmusik mit Elementen der italienisc...

Mystischer Totentanz

Liebe, Tod und Teufel, ein vielfach bearbeitetes Thema in der Kunst. Man möchte meinen, dazu sei schon alles gesagt. Die neue Performance von Ben J. Riepe findet dennoch dafür ungewöhnliche Bilder. Sein Stück "Liebe, Tod und Teufel" beginnt ganz ruhig ohne Musik. Ein Mann, in schwarz gekleidet mit...

Die Gerhirnwindungen eines Gewalttäters

Im Rahmen des Festival TEMPS D´IMAGES im Düsseldorfer Tanzhaus NRW führte der französische Choreograph Fabien Prioville sein Solostück "Jailbreak Mind" auf. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, inwieweit gewalttätige Computerspiele die Gewaltbereitschaft fördern. Fabien Prioville tanzte in der k...
louise lecavalier can

Louise Lecavalier im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Mit einem Doppelprogramm war Louise Lecavalier am 4. und 5. Dezember 2009 im Tanhzaus NRW zu Gast. Die 1958 geborene kanadische Tänzerin war fast zwei Jahrzehnte lang (von 1981 - 1998) das Aushängeschild der Tanztruppe La La La Human Steps unter dem Choreografen Édouard Lock. Der Tanzabend bega...
salome

Überraschendes Ende einer Geburtstagsfeier

Richard Strauss Musikdrama "Salome", 1905 in der Hofoper Dresden uraufgeführt, ist jetzt in einer Neuinszenierung von Tatjana Gürbaca an der Deutschen Oper in Düsseldorf zu sehen. Tatjana Gürbaca hat dafür ein gegenläufiges Konzept entwickelt. Der Blick als ein großes Thema dieser Oper findet qua...

Feldforschung beim Mann

Auf leeren Kölschkisten sitzend konnten die Zuschauer im Tanzhaus NRW 50 Minuten lang der Begegnung zwischen dem Schauspieler Felix Voigt und dem Tänzer Felix Marchand, beides Männer über 30, zuschauen. Dem jugendlichen Alter entwachsen, kommt es zur ersten Sinnkrise im Männerleben und es steht j...

Gelungener Einstand

An der Deutschen Oper am Rhein gab der neue Ballettdirektor Martin Schläpfer mit einem dreiteiligen Programm in Düsseldorf seinen Einstand. In nur sieben Wochen gelang es ihm, die Tänzer zweier Kompanien, der aus Mainz mitgebrachten und der in Düsseldorf verbliebenen, zu einem Ensemble zusammenzuf...

Neuer Tanz aus Japan

Das Tanztheater NRW machte im September 2009 mit drei sehr unterschiedlichen Positionen des modernen japanischen Tanzes bekannt. Den ersten Teil des Abends bestritt das Natural Dance Theatre unter der künstlerischen Leitung von Shinji Nakamura und der Choreografie von Mako Kawano mit dem 50minütige...

Licht und Schatten

Mit dem 2008 im Sydney Opera House uraufgeführten Stück "Mortal Engine" war jetzt die australische Kompanie Chunky Move im Tanzhaus NRW zu Gast. "Mortal Engine" ist eine multimediale Tanzperformance, in der Musik, Bewegung und Lichttechnik gleichwertig sind. Sie beginnt damit, dass auf eine sch...

Spuk im Kopf - Henrik Ibsens "Peer Gynt" am Kölner Schauspielhaus

Spätestens seit ihren Bühnenversionen von Grillparzers "Goldenem Vlies" und Hebbels "Nibelungen" gilt die Kölner Schauspielchefin Karin Baier als Expertin für die großen theatralischen Daseinsentwürfe – immer hart am Rand existenzieller Untiefen angesiedelt oder mitten darin. Als ein solcher Abgru...

Ein Wurm kommt selten allein

Ferdinand und Luise lieben sich innigst. Alles wäre bestens, wären da nicht die Standesunterschiede zwischen Bürgerlicher und Adeligem. Luise ist die Tochter eines Stadtmusikanten, Ferdinand der Sohn von Präsident von Walter. Dieser möchte, dass Ferdinand Lady Milford, die Mätresse des Fürsten, heir...

Glamouröser Sklavenaufstand

In der sowjetischen Propaganda wurde der Sklavenaufstand der Antike als Vorstufe des Klassenkampfes gesehen. Dieser Ideologie folgend kreierte der armenische Komponist Aram Chatschaturjan 1956 die Musik für das Ballett "Spartakus", in dem sich die Sklaven des römischen Reichs, angeführt von dem Gl...

Tanzgeschichte

Anna Halprin (geb. 1920) zählt zu den Pionieren des amerikanischen modernen Tanzes. Ihr Ansatz, aus Improvisationen heraus ein Stück zu entwickeln und Alltagsgeschehen in die Choreographie zu integrieren, war seinerzeit eine völlig neue Herangehensweise. Die Auseinandersetzung mit Wahrnehmungsstud...

Konsumterror

Jan Fabre, 1958 geboren, lebt in Antwerpen. Er ist Künstler. Regisseur, Performance-Künstler, Choreograph und Theaterautor. In seinem neuesten Stück hält er uns bitterböse, mitunter auch komisch, den Spiegel vor. Wo wir längst schon nicht mehr hinzuschauen vermögen, wenn uns in den Medien Bilder vol...

Ein Geschenk der Götter

Gewimmel auf der Straße, ein Fahrradfahrer, ein Alter mit Stock, mühsam schleppen und zerren Menschen trippelnden Schrittes Gepäckstücke kreuz und quer über die Bühne. Mit einer großartigen Choreographie beginnt Brechts Stück "Der gute Mensch von Sezuan" im Düsseldorfer Schauspielhaus. Drei Götter...

Sizilianische Neoimpressionen

Laut krachend bricht eine Steinmauer zusammen. Die Bühne verwandelt sich in eine staubige Abbruchhalde, mitunter an eine antike Ruine erinnernd. Darüber stöckelt eine ätherische Schönheit, voller Verletzlichkeit und zugleich kapriziös. Prinzessinnenhaft kommandiert sie ihre Partner herum. Mal will...
Unbenannt

Passioniertes Erbarmen

Bachs Matthäuspassion und insbesondere die Arie "Erbarme dich, mein Gott" ist Ausgangspunkt von "pitié!", das im Rahmen des "Internationalen Tanzfestivals NRW 2008, 3 Wochen mit Pina Bausch" von les ballets C de la B aus Gent am 14.11.08 im Düsseldorfer Schauspielhaus aufgeführt wurde. Zwei Sänger...

In Kontakt

Eine Stunde muss das Publikum in SilkeZ's neuester Produktion "private spaces (the p.s.-project)", stehend aushalten. Damit das nicht zu schwer fällt, werden zunächst einige Zuschauer vom Performer Antonio Cabrita, der auf einem Stuhl sitzt, aufgefordert, an einem Experiment teilzunehmen: neben ihm ...

Misstrauen verkennt die Wahrheit

Heinrich von Kleist zeigt in seinem ersten Theaterstück "Die Familie Schroffenstein", fast archaisch anmutend, wie aus bloßen Vermutungen Misstrauen erwächst, das schleichend zu Missverständnissen, Zwist, Mord, Rache und Vergeltung führt. Anlass dazu ist ein Erbvertrag zwischen zwei Linien der Famil...

Falsches Spiel

Youri Vàmos hat in seiner Choreographie von "Giselle", die am 21. September 2008 in der deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf Premiere hatte, das Geschehen in einem Dorf in Südfrankreich kurz von dem ersten Weltkrieg angesiedelt. Giselle, eine junge Gastwirtstochter, wird von dem Waldhüter Hilari...

Wayne McGregor und die Liebe zur Mathematik

"Entity", das Dasein, das Ding an sich, so betitelt der britische Choreograph Wayne McGregor seine jüngste Produktion, die am 10.04.2008 in London ihre Uraufführung fand. Die Bühne ist durch drei halb hohe Wände begrenzt. In einer Schwarz-Weiß-Projektion auf die rückwärtige Wand hetzt zu Beginn...

Intrigen und Verrat

Das Stück beginnt mit einer kleinen intimen Szene wie von Georges de la Tour gemalt: auf der dunklen Bühne zwei Frauen, von unten beleuchtet, in flüsterndem Gebet vereint, Maria Stuart (Melanie Kretschmann) und ihre Amme Hanna Kennedy (Susanne Tremper). Mit einem ein durchdringenden elektronisches S...

Eine Frage der Ehre

Klara, die Tochter des Tischlermeisters Anton, erwartet von ihrem Verlobten Leonhard ein Kind. Dass ihr Vater die erhoffte Mitgift seinem alten, bedürftigen Lehrmeister geschenkt hat, wurmt Leonhard sehr. Als Klaras Bruder Karl des Juwelendiebstahls verdächtigt und verhaftet wird, nimmt Leonhard das...

Abrupte Beziehungen

"Sudden Birds" hatte die in Jerusalem geborene Yasmeen Godder ursprünglich für das Curtain Up Festival 2002 choreographiert. Es gelangte jetzt im Tanzhaus NRW zur Wiederaufführung. Zu elektronisch verfremdeter Cellomusik, von Karni Postel live gespielt, loten auf einer leeren weißen Bühne vier ...

Lost in Translation

Die Abflughalle eines Flughafens ist sozusagen das globale Dorf, in dem sich Menschen unterschiedlichster Kulturen begegnen. Und genau diesen Ort hat Akram Khan für sein Stück "Bahok" gewählt. "Bahok" ist das bengalische Wort für einen Lastenträger, und nun könnte man sich fragen, welche Lasten hier...

Italienische Verhältnisse?

Im Studio 6 des Tanzhauses NRW, einer Art Werkstattbühne, hatte am 27.08.08 das Stück "Anmerkung 134" von Ludica seine Uraufführung. Der Titel bezieht sich auf das Kapitel "Anmerkung 133" des Romans "Petrolio" von Pier Paolo Pasolini, den er nicht mehr vollenden konnte. Impliziert wird damit eine ...

"Origine"

In Sidi Larbi Cherakaouis jüngstem Stück "Origine" (Uraufführung war am 7.2.08 in Antwerpen) treffen Orient und Okzident, Mittelalter und Gegenwart aufeinander. Für seine Choreographie hat er sich zunächst von den Liedern der Hildegard von Bingen inspirierein lassen, wobei im Verlauf der Erarbeitung...

Leiden an der Banalität des Alltags

Die Uraufführung der ersten Fassung von Antonin Tschechows erstem Bühnenwerk "Iwanow", 1887 in nur drei Wochen geschrieben, fand im November 1887 in Moskau statt. In einer neuen deutschen Übersetzung von Alexander Nitzberg, behutsam modernisiert, hatte es jetzt am Kleinen Haus des Schauspielhauses D...

Zwischen Orient und Okzident

In ihrer ersten Solo-Produktion, die am 3.2. 08 im Tanzhaus NRW zu sehen war, zeigte Raksan die ganze Breite ihres Könnens. Zur Einstimmung gibt es Granatäpfel als Gastgeschenk. Facetten des orientalischen Tanzes werden sowohl zu klassisch orientalischer Musik als auch zum Zirkusmarsch gezeigt. Ein ...

Gewalt und Sinnsuche

Nach einer Ausbildung an der Jerusalem Academy for Dance and Music war Hofesh Shechter Mitglied der Bathseva Dance Company in Tel Aviv. In Europa wollte er eigentlich als Schlagzeuger Karriere machen. Inzwischen in London beheimatet, macht er zunehmend als Choreograf auf sich aufmerksam. Zwei sein...
ahoghe

Bolero der Langsamkeit

Der "Bolero" ist Maurice Ravels bekanntestes Orchesterwerk. 1928 für Ballett geschrieben, wurde es im selben Jahr an der Pariser Oper uraufgeführt. In ca. 15minütiger Dauer werden zwei unveränderte Motive 18mal in wechselnder akkumulierender Instrumentierung wiederholt, bis zum Schluss alle Stimmen ...

Flaschenspiele

Ein Tisch, mehrere Stühle, eine Ansammlung von Bierkästen und leeren Bierflaschen. Drei Männer und ein Trompete spielender Musiker allein zu Haus. Statt sich in der Wohnküche einer Männer-WG der Langeweile zu ergeben, lässt man sich in Felix Bürkles "beckett, beer and cigarettes" von der Umgebung ...

Verlorenes Paradies

Wolken ziehen auf einem Videoscreen, der in 8 x 9 Felder gerastert ist und den ganzen Bühnenhintergrund ausfüllt, im Großformat vorüber. Zikaden zirpen, dazu ertönt ruhige Klaviermusik unterbrochen durch den wiederkehrenden Ton einer hell anschlagenden Klingel. Eine meditative Stimmung breitet sic...

Sezuan als Brennpunkt

Die Armenviertel wachsen. Immer mehr Menschen leben in Not und Elend. Sie lungern herum, verwahrlosen, hungern, stehlen und betrügen. Die Reichen verbarrikadieren sich und hoffen, vom Volkszorn verschont zu bleiben. Göttliche Erscheinungen haben da keinen Platz mehr. Aber das Überirdische wird ...

Der Strom der Bewegungen

Eine kahle Bühne, über dem Tanzboden schwebt ein großes, filigranes, weißes Drahtgeflecht, an zarte Äste erinnernd. Eine Tänzerin in weißem Overall liegt am Boden, bewegt kaum spürbar einige Gliedmaßen, ist wieder ruhig bis sie mehr und mehr zu Leben erwacht. Soli und Duoparts der beiden Tänzerinnen...

Mozart getanzt

"Mozart? Mozart!" ist die erste Ballettpremiere an der wiedereröffneten Rheinoper. Aufgeführt werden "Requiem" in der Choreographie von Petr Zsuka, "Petite Mort" und "Sechs Tänze" choreographiert von Ji?i Kylián. Das "Requiem" ist Mozarts letzte Komposition, sie blieb unvollendet. Zur Aufführung ...

Probestücke

Vierteljährlich präsentiert das Tanzhaus NRW Tanztheaterstücke der jüngeren Choreographen-Generation. Bei "Tanz Tank 24" wurden nun drei neue Stücke gezeigt. Die junge Choreografin Raisa Kröger setzte sich zusammen mit Katharina Meyer in ihrem Duett "b", mit der Körperwahrnehmung in Raum und Zeit...

Liebe in den Zeiten des Überdrusses

Für eine Wüstenbar ist die Cactus Bar zu stylish: spiegelnder Boden und spiegelnde Wände, rote Poufs, eine Sitzgelegenheit geformt wie ein Kaktus, auch die DJane hat ihre Musikanlage in einem roten Plüschkaktus aufgebaut. Anfangs legen ein Rockgitarrist, ein Conferencier und zwei Tänzer, die sich de...

Ein heiteres Scheitern

Paula, ledig, etwas über vierzig, ist verzweifelt: besteht doch bei ihr der Verdacht auf Gehirntumor. Voller Panik versucht sie eine Überdosis Schlaftabletten in einer Arztpraxis zu erpressen. Leider hat sie sich jedoch im Haus geirrt und überfällt eine Bank. Bis zum Tag der endgültigen Diagnose beg...

Im Geflecht der Gefühle

"Pelléas et Mélisande" ist Claude Debussys einzige Oper, 1902 uraufgeführt, entstanden nach dem gleichnamigen Drama des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck, das von der Poesie des Unausgesprochenen lebt. „Wenn ich es Ihnen sagen könnte, würde ich es sagen“, entgegnet Mélisande auf Golauds Fra...

Die Festgesellschaft der Aufbegehrenden

"Ein Fest für Boris" ist Thomas Bernhard erstes Theaterstück, das er 1966 für die Salzburger Festspiele als Auftragsarbeit geschrieben hatte, das damals aber nicht zur Aufführung kam, weil es zu "düster" sei und man "Rücksichten auf die Nerven unser empfindsamen Gäste" nehmen müsse. 1970 wurde es sc...

Die Macht der Gefühle

Kleists "Käthchen von Heilbronn" ist eine verwegene Geschichte mit einer Handlung wie im Märchen - mit König, Prinz, verwunschener Prinzessin, böser Hexe, rettendem Cherubim und Traumprophezeiung in der Silvesternacht. Amelie Niermeyer versucht in ihrer jetzigen Inszenierung am Düsseldorfer Schauspi...

Die Liebe im Weltenraum

Mit "Amour espace", das am 6.9.07 im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde, präsentiert Ben J. Riepe sein viertes Stück. In seinem ganz eigenen Sprachduktus gelingt es ihm grandios und überaus stimmig, von der Liebe in eisigen Zeiten zu erzählen. Die Bühne ist wie schon in seinem letzten Stück "Happy E...

"Amjad" von La La La Human Steps

Die Melodien von "Schwanensee" und "Dornröschen" erinnert jeder, auch wenn man noch nie eine Aufführung dieser Ballette gesehen hat. Der Choreograph Édouard Lock hat sich der beiden Klassiker angenommen und sie für sein modernes Tanztheaterstück "Amjad" adaptiert. "Amjad" ist ein arabischer Vorname,...

"St. Kilda – Insel der Vogelmenschen"

St. Kilda, eine kleine Insel im nördlichen Atlantik, wurde 1930 nach jahrhunderterlanger Besiedlung von den letzten Bewohnern verlassen, deren Haupterwerbsquelle die Vögel waren. Ihre Federn dienten ihnen als Bett, die Eier und das Fleisch als Nahrung, die Exkremente als Heizmaterial. Das felsige, k...

Compañia Tangokinesis im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

In einem Gastspiel der Compañia Tangokinesis am 21.4. 2007 im Tanzhaus NRW waren die neun (statt der angekündigten zehn) Tänzer technisch perfekt und boten eine durchweg schnell getanzte Aufführung. Die Choreografie bestand aus einer Abfolge von einzelnen, hinter einander gereihten Tänzen und war mi...

Puppenmord

Puppen üben seit jeher eine Faszination aus. Der Mensch sucht in ihr sei Alter Ego, belebt sie, indem er ihnen Eigenschaften andichtet. Von Pygmalion über E.T.A. Hofmanns Olimpia und Oskar Kokoschkas Puppenfetisch, den er sich anfertigen ließ, als er von seiner Geliebten Alma Mahler-Werfel verlassen...

Die Dekonstruktion des Körpers

Was für eine Vielfalt an orthopädischen Gehhilfen! Rollatoren, Rollbretter, Stangen, Flugseile, lange Krücken und extrem kurze Krücken, Krücken an Armen, Stirn, Brust, Kinn und Mund. Üblicherweise dienen sie körperlich Eingeschränkten zur Fortbewegung, in Marie Chouinards "bODY_rEMIX/gOLDBERG-vARIAT...
Background image of the page