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Flaschenspiele

"beckett, beer and cigarettes" von Felix Bürkle/starting point im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

13.01.2008
Kategorien: Kritiken, Oper

Ein Tisch, mehrere Stühle, eine Ansammlung von Bierkästen und leeren Bierflaschen. Drei Männer und ein Trompete spielender Musiker allein zu Haus. Statt sich in der Wohnküche einer Männer-WG der Langeweile zu ergeben, lässt man sich in Felix Bürkles "beckett, beer and cigarettes" von der Umgebung inspirieren und der Zuschauer erfährt mit Erstaunen, wie virtuos mit Bierflaschen jongliert werden kann und zu welch wunderbarer Objektkunst Alltagsgegenstände wie Bierflaschen und Bierkästen taugen. Und wie mögen sich wohl die Töne einer Trompete verändern, wenn eine leere Flasche als Dämpfung benutzt wird? Alles wirkt leicht und wie gerade improvisiert. Die Tempi wechseln zwischen Ruhe und Dynamik und sind ebenso gut ausbalanciert wie die Mischung von Tanz und Performance.

So absurd wie in Becketts Stücken erscheint das Ganze jedoch nicht. Auch die im Titel des Stückes angedeuteten Zigaretten fehlten, sie waren wohl dem öffentlichen Rauchverbot zum Opfer gefallen. Vermisst hat man beides keineswegs. "beckett, beer and cigarettes", das erste abendfüllende Stück von Felix Bürkle, ist mit spielerischer Leichtigkeit überzeugend inszeniert und ergab einen amüsanten und unterhaltenden Abend.

Choreografie, Regie: Felix Bürkle

Tanz: Felix Bürkle, Jannik Elkær Nielsen, Niclas Stureberg

Komposition, Live-Musik: Nils Ostendorf

Lichtdesign: Lutz Deppe

Produktionsassistenz, choreografische Assistenz: Paulo Gurreiro.

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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