Die historisch belegte Geschichte vom Untergang der Medusa zählt zu den größten Ka-tastrophen der Seefahrt und wurde u. a. von Théodore Géricault in seinem weltbekann-ten Historiengemälde festgehalten, das man im Pariser Louvre sehen kann. Franzobel nutzt in seinem Roman von 2017 diese Geschichte für ein ebenso monströses wie gran-dioses Experiment über Menschen im Ausnahmezustand. Unbekümmert erzählt er die Geschichte neu und durchschießt sie immer wieder mit Verweisen auf die Gegenwart: Von der europäischen Flüchtlingspolitik bis zur Havarie der Costa Concordia: DAS FLOSS DER MEDUSA trifft ins Herz, zeigt die ungeschminkte Fratze des Menschen und entfaltet ein spannendes »Theater der Grausamkeit«.
Inszenierung: Stefan Otteni
Bühnenbild: Peter Scior
Kostüme: Ayşe Gülsüm Özel
Musik/ Gesang/ Musikalische Einstudierung: Mariana Sadovska
Kampfchoreografie: Klaus Figge/ Ronny Miersch
Dramaturgie: Michael Letmathe
Mitwirkende:
Reine Schmaltz, Richeford (Sandra Schreiber), Viktor, Arétée Schmaltz (Andrea Spi-cher), Huges Duroy de Chaumareys, Maiwetter, Arnaud (Carola von Seckendorff), Joseph Reynaud (Frank-Peter Dettmann), Alexandre Corréard (Ilja Harjes), Hosea Thomas (Louis Nitsche), Griffon de Bellay, Alphonse (Christoph Rinke), J. B. Savigny (Christian Bo Salle), Medusa Mariana Sadovska
Weitere Vorstellungen im Mai:
Donnerstag, 16. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Freitag, 17. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Sonntag, 19. Mai, 18.00 Uhr, Kleines Haus
Uraufführung: DAS FLOSS DER MEDUSA, Schauspiel nach dem Roman von Franzobel, Theater Münster
Premiere: Freitag, 10. Mai 2019, 19.30 Uhr, Kleines Haus
03.05.2019
Was bedeutet Moral, was Zivilisation in einer extremen Situation, in der es nur noch um das bloße Überleben geht? Im Juni 1816 bricht ein Konvoi von vier Schiffen mit über 400 Passagieren, darunter die Fregatte Medusa, von einem französischen Hafen in Richtung Afrika auf. Ziel ist das Kolonialreich Senegal. Am 18. Juli des gleichen Jahres entdeckt der Kapitän eines anderen Schiffes vor der Westküste Afrikas ein etwa 20 Meter langes Floß mit 15 grauenhaft entstellten Gestalten. Es sind die letzten Überlebenden von insgesamt 147 Passagieren, die nach der Havarie der Medusa auf einem notdürftig zusammengezimmerten Floß ohne genügend Wasser und Nahrung zwei Wochen auf offener See trieben.


