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Schauspiel Frankfurt: "Amphitryon" von Heinrich von Kleist

Premiere am 9. Februar 2018, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Kleist hat die schönsten deutschen Verse geschrieben. In seinem Eifer, unsere Sprache nach antiken wie französischen Vorbildern im klassischen Drama zu perfektionieren, war er zugleich so modern wie kein anderer. Er ahnte, dass mit dem Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, diesem Diktum der deutschen Aufklärung, ein für alle Mal das Individuum in eine Überforderung gerät, die wir bis heute empfinden. Seine Helden stolpern über eine Welt, in der sie vergeblich Lebenshalt und -wahrheit im eigenen Ich oder in der Liebe des Anderen suchen.

So begegnet Diener Sosias nach fünf Monaten Krieg bei der Heimkehr sich selbst und wird sogar von diesem Ich in die Flucht geschlagen. Ein Mann verführt Alkmene, der ihrem Gatten Amphitryon gleicht, ohne es zu sein. Die Welt wird ein Gebäude aus Flüchtigem und Täuschendem. Es gibt keine Gewissheiten mehr. Wer sind wir? Einer oder viele, welcher oder welche? Nur ein Gott weiß die Antwort.

Regisseur Andreas Kriegenburg setzt hiermit seine Arbeit am Schauspiel Frankfurt mit einem seiner liebsten Theaterautoren fort.

Der mit dem Theaterpreis Nestroy 2017 ausgezeichnete Max Simonischek wird nach »Das siebte Kreuz« nun auch in »Amphitryon« in der Titelrolle zu sehen sein. Patrycia Ziolkowska war bis 2017 Ensemblemitglied des Thalia Theater Hamburg. Während der Ruhrtriennale 2017 war sie in der »Trilogie meiner Familie« zu sehen, die der Regisseur Luk Perceval als Bearbeitung des Émile Zola Romanzyklus »Die Rougon-Macquart« auf die Bühne brachte. Als festes Ensemblemitglied des Schauspiel Frankfurt steht sie am 9. Februar als Alkmene auf der Bühne.

  • Regie Andreas Kriegenburg  
  • Bühne Harald B. Thor
  • Kostüme Andrea Schraad
  • Dramaturgie Marion Tiedtke


mit Friederike Ott, Christoph Pütthoff, Felix Rech, Sebastian Reiß, Max Simonischek, Patrycia Ziolkowska

weitere Vorstellungen: 11./ 19./23. Februar, 7./8. März 2018

Bild: Heinrich von Kleist

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