Hermann Hesses »indische Dichtung« ist von großer Sprachmacht und Faszinationskraft. Einfach und klar leuchtet sie seit ihrer Erstpublikation 1922 wie aus einer anderen Welt zu uns. Der Kontrast zwischen der materialistischen, rationalen Welt des Westens und östlicher Philosophie ist nicht neu, und doch steckt darin das provozierende Material der Erzählung. Siddharthas »Heldenreise zur Erleuchtung« kommt uns wie eine Überwindung alles Weltlichen vor. Was heißt Freiheit wirklich?
»Siddhartha« kommt in einer schlanken Bearbeitung der Regisseurin Lisa Nielebock auf die Bühne der Kammerspiele. Ihre Inszenierung erzählt den Stoff fokussiert auf das Ensemble, in extremer Reduktion – ganz gegenwärtig und emotional dicht. Lisa Nielebock (*1978 in Tübingen) war Hausregisseurin am Schauspielhaus Bochum, wo sie u. a. »Penthesilea«, »Macbeth«, »Hiob« und »Die Orestie« inszenierte. Seit 2014 ist sie Professorin für Schauspielregie an der Folkwang Universität der Künste in Bochum. Sie inszeniert zum ersten Mal am Schauspiel Frankfurt.
Regie Lisa Nielebock
Bühne Oliver Helf
Kostüme Ute Lindenberg
Dramaturgie Ursula Thinnes
mit Torsten Flassig, Anna Kubin, Jana Schulz, Wolfgang Vogler, Uwe Zerwer
weitere Vorstellungen: 13./14./24./26. Juni 2019
Das Bild zeigt Hermann Hesse
Schauspiel Frankfurt: »Siddhartha« von Hermann Hesse
Premiere am 6. Juni, 20.00 Uhr 2019, Kammerspiele
30.05.2019
Siddhartha ist Brahmane, Bettelmönch, Kaufmann und Würfelspieler – er ist ein Mensch auf der Suche. Wissbegierig, verständig, demütig, so ist der junge Brahmane. Er löst sich aus seinen familiären Beziehungen, um den Weg der Askese und Weisheit zu gehen. Doch selbst die Begegnung mit dem Buddha Gotama lässt ihn unbefriedigt zurück. Siddhartha gibt sich daraufhin einem hedonistischen Leben hin, – immer noch unerfüllt. Erst spät lernt er kennen, was Glück für ihn bedeutet.

