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Uraufführung: „WoW – Word on Wirecard“ von Anka Herbut - Münchner Kammerspiele

Premiere am Sonntag, 19. November 2023 um 19:30 Uhr in der Therese-Giehse-Halle der Münchner Kammerspiele.

17.11.2023

Der polnische Shootingstar Łukasz Twarkowski kreiert nach seiner spektakulären Installation „Respublika“ erneut eine seiner virtuosen Theaterwelten zwischen Film und Bühne. Gemeinsam mit der Dramatikerin Anka Herbut nimmt er sich die skurrile Geschichte um die Havarie des Münchner Finanzdienstleisters Wirecard vor. Der größte Finanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik kreist um virtuelle Milliardenumsätze und die verführerische Imagination eines deutschen Tech-Giganten von Weltrang, der endlich in der Champions League des Silicon Valley mitspielen wollte.

© Gabriela Neeb

Das Spiel mit unterschiedlichen Realitätsebenen wurde in den 1960er Jahren zu einem häufig verwendeten Motiv utopisch-fantastischer Erzählungen. Schon in seinem 1964 erstmals in den USA erschienenen Roman „Simulacron – 3“ hatte Daniel F. Galouye eine „Welt am Draht“ vorausgesehen: Der Kampf des Einzelnen gegen ein scheinbar allmächtiges gesichtsloses System, das die in ihm lebende Individuen wie Marionetten am Draht tanzen lässt. Eine politische Parabel von zeitloser Gültigkeit, die sich u.a. in Verfilmungen von Rainer Werner Fassbinder „Welt am Draht“ und „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ sowie aber auch in der zwischen 1999 und 2003 entstandene Filmtriologie „Matrix“ wiederfinden lässt. Nun, da künstliche Intelligenz zunehmend alle Lebensbereiche bestimmt, gewinnen diese dystopischen Zukunftsvisionen an Aktualität.

Auf dem Boden dieses philosophischen Gedankenspiels von fiktiver Existenz und Realität der fantastischen Literatur der 1960er Jahre verdichtet Łukasz Twarkowski mit seinem Team den Münchner Thriller um Wirecard zu einer ganz neuen Geschichte. Ein mitreißender Theaterabend über die Grenzen unserer Wahrnehmung.
Ein zeitgenössisch-dystopischer Finanz-Thriller.

Ein Auftragswerk der Münchner Kammerspiele. In Vorbereitung dieser Produktion fand eine Rechercheresidenz in Athen in Zusammenarbeit mit dem Onassis Stegi statt. Diese Rechercheresidenz wurde von der Europäischen Union im Programm Culture Moves Europe, umgesetzt vom Goethe-Institut gefördert. Diese Produktion wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union erstellt. Die hierin geäußerten Ansichten können in keiner Weise als die offizielle Meinung der Europäischen Union angesehen werden.

Regie Łukasz Twarkowski
    Autorin Anka Herbut
    Bühne Fabien Lédé
    Kostüme Svenja Gassen
    Musik Lubomir Grzelak
    Live-Kamera Johanna Seggelke, Paula Tschira
    Videodesign Jakub Lech
    Dramaturgie Anka Herbut, Caroline Schlockwerder
    Choreografie Paweł Sakowicz

Mit Sebastian Brandes, Tanya Kargaeva, Elias Krischke, Anna Gesa-Raija Lappe, Alina Sokhna M‘Baye, Stefan Merki, Annette Paulmann, Leoni Schulz, Daniel Wagner
    Off-Stimme Walter Hess
    Deepfake Marsalek Martin Weigel
   

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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