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"Siegfried" von Richard Wagner (Zweiter Tag des Bühnenfestspiels «Der Ring des Nibelungen») im Opernhaus Zürich

Premiere Sonntag, 5. März 2023, 16 Uhr

«Wer meines Speeres Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie!» – mit diesen Worten hatte Wotan seine Tochter Brünnhilde am Schluss der Walküre inmitten eines Feuerrings schlafend zurückgelassen. Nun ist er da: Siegfried, der furchtlose Held, dem allein es gelingen kann, Brünnhilde aufzuwecken; der freie, unabhängige Held, hervorgegangen aus der inzestuösen Liebe zwischen Siegmund und Sieglinde, auf dem Wotans ganze Hoffnung ruht; und zugleich auch Wagners anarchistischster Held, der ohne Mutter und Vater beim Zwerg Mime im Wald aufgewachsen ist, unzivilisiert und unwissend.

 

Copyright: Monika Rittershaus

Aus dem kraftstrotzenden, ungestümen Kind der Natur ist ein junger Erwachsener geworden, der aufbegehrt gegen den Vater, der nicht sein richtiger Vater ist, und aus der Enge ausbricht, um endlich das Fürchten zu lernen. Im Wald tötet er den Drachen Fafner und nimmt den Ring und die Tarnkappe an sich; er ahnt nicht, welche magischen Kräfte darin wohnen. Aber Siegfried ist ein durchaus ambivalenter Held – strahlend und siegreich, doch zugleich auch unreflektiert zerstörerisch: Brutal erschlägt er Mime, als dieser versucht, Siegfried zu vergiften, um den Ring in seine Gewalt zu bringen. Furchtlos durchschreitet Siegfried schliesslich das Feuer; erst die Begegnung mit Brünnhilde und seiner erwachenden Sexualität jagt ihm vorübergehend Angst ein. Jubelnd besingen beide die Liebe – und für einen Moment scheint es, als könne die Utopie einer neuen, von Machtkämpfen und Vertragszwängen freien Welt Wirklichkeit werden.

Die ersten beiden Akte von Siegfried – Wagners gedanklichem Ausgangspunkt für den Ring – entstanden noch in Zürich; 1857 unterbrach Wagner die Arbeit am Ring und nahm sie erst 12 Jahre später – nach Tristan und den Meistersingern – wieder auf. Ungemein ausgefeilt, geradezu impressionistisch ist die Instrumentationskunst im Siegfried; immer wieder gelingt es Wagner, den grossen Orchesterapparat in differenziert ausgearbeitete, suggestive Klangbilder zu giessen. Die Inszenierung liegt wie auch schon in den beiden vorangegangenen Teilen der Tetralogie in den Händen von Andreas Homoki.

Zweiter Tag des Bühnenfestspiels «Der Ring des Nibelungen»,
Libretto von Richard Wagner
In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 5 Std. 15 Min. inkl. Pausen nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. 20 Min. und nach dem 2. Teil nach ca. 3 Std. 05 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Musikalische Leitung Gianandrea Noseda
Inszenierung Andreas Homoki
Ausstattung Christian Schmidt
Künstlerische Mitarbeit Bühnenbild Florian Schaaf
Lichtgestaltung Franck Evin
Video Tieni Burkhalter
Dramaturgie Werner Hintze, Beate Breidenbach

Siegfried
Klaus Florian Vogt
Mime
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Der Wanderer
Tomasz Konieczny
Alberich
Christopher Purves
Fafner
David Leigh
Erda
Anna Danik
Brünnhilde
Camilla Nylund
Das Waldvöglein
Rebeca Olvera

Philharmonia Zürich

Do09Mär
17.00
Di14Mär
17.00
Sa18Mär
17.00
Mi22Mär
17.00
So26Mär
14.00

 

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