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„Kleiner Mann - was nun?“ nach dem Roman von Hans Fallada im Theater Heidelberg

Premiere Do 23.11.2017, 20.00 Uhr, Zwinger1

Das junge Ehepaar Emma, genannt Lämmchen, und Johannes Pinneberg erwartet ein Kind – aber es sind schlechte Zeiten für Nachwuchs. Die Weltwirtschaftskrise tobt, Pinneberg verliert seine Arbeit als Buchhalter, das Geld ist mehr als knapp und die soziale Würde der kleinen Familie wird auf eine harte Probe gestellt. Hätte Pinneberg sein Lämmchen nicht, würde er höchstwahrscheinlich an den Verhältnissen zerbrechen, aber die junge Frau kämpft unerschütterlich für ihr kleines Glück und hält sich am tiefen Glauben an die Liebe fest. Warmherzig und dramatisch erzählt Hans Fallada von zwei Menschen, die die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgeben. 

Hans Fallada (eigentlich Rudolf Ditzen; 21.07.1893-05.02.1947) zählt zu den bedeutendsten Erzählern des 20. Jahrhunderts. Bereits seinen ersten Roman „Der junge Goedeschal“ veröffentlichte er 1920 unter dem Pseudonym, das in Anlehnung an zwei Grimm-Märchen entstand. Den Vornamen entlieh er sich von Hans im Glück. Der Nachname nimmt Bezug auf das sprechende Pferd Fallada aus „Die Gänsemagd“, wo der abgeschlagene Pferdekopf solange die Wahrheit spricht, bis das ungerecht behandelte Mädchen ihr Recht erhält.

Noch immer sind die zahlreichen Themen, die er in Romanen und Geschichten aufgegriffen hat, bis heute aktuell. Das beweisen u. a. die zahlreichen Neuauflagen seiner Bücher, die Verfilmungen und Theateradaptionen. Bekannte Werke von ihm sind u. a. „Bauern, Bonzen, Bomben“, „Wolf unter Wölfen“, „Jeder stirbt für sich allein“, „Der Trinker“ (verfilmt u. a. mit einem grandiosen Harald Juhnke), „Der eiserne Gustav“ sowie „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“. Aber auch liebevolle, mit Herz geschriebene, Kinderbücher gehören zu seinem schriftstellerischen Werk.

„Kleiner Mann – was nun?“ erschien 1932, wurde ein Weltbestseller, in zwanzig Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. 2016 wurde erstmals die ungekürzte Originalfassung des Romans veröffentlicht. Fast ein Viertel des Textes fehlte in bisherigen Ausgaben, politische Äußerungen waren abgeschwächt worden – nun zeigt sich der authentische Fallada.

Regie in Heidelberg führt Markolf Naujoks, dessen atmosphärisch-musikalische Theaterabende großen Wert auf das Erzählen legen. In Heidelberg arbeitet er regelmäßig am Jungen Theater. Im Schauspiel inszenierte Naujoks zuletzt das „Pfirsichblütenglück“ von Gesine Schmidt.

MitSheila Eckhardt | Nicole Averkamp | Dominik Lindhorst-Apfelthaler | Hendrik Richter | Andreas Seifert

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Bild: Hans Fallada

 

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