In einem nicht näher bezeichneten Land, das nach Jahren der Diktatur jetzt wieder demokratisch regiert wird, treffen in einem Haus am Meer drei Personen aufeinander: Rechtsanwalt Gerardo, der gerade von der Regierung zum Vorsitzenden eines Ausschusses ernannt wurde, um Folterungen während der Diktatur zu untersuchen, Paulina, seine Frau, die ein Opfer dieser Folterungen gewesen ist und der Arzt Roberto, an dessen Stimme Paulina ihren Folterknecht zu erkennen glaubt.
Die Situation spitzt sich zu, als Paulina Roberto, der alle Vorwürfe abstreitet, überwältigt und bedroht. Doch ist er wirklich der, für den sie ihn hält? Und ist die Gewalt gegen ihren vermeintlichen Vergewaltiger gerechtfertigt?
Der chilenischer Autor Ariel Dorfman verwirrt mit dieser psychologisch genau konstruierten Extremsituation das moralische Empfinden und das Rechtsverständnis seiner Protagonisten – und er prüft das der Zuschauer im Theater.
In seiner zweiten Inszenierung am Gemeinschaftstheater untersucht der syrische Regisseur Rafat Alzakout das Stück im Hinblick auf Parallelen zu Vergangenheit und Zukunft seiner vom Krieg gezeichneten Heimat.
Von Ariel Dorfman - Deutsch von Ulli Stephan und Uwe B. Carstensen