Im Gasthof »Schwarzer Hirsch« in Utzbach wird heute eine Komödie gegeben: Theatermacher Bruscon gastiert mit seinem monumentalen Schauspiel »Das Rad der Welt«. Bruscon sieht dieses selbstverfasste Werk als Meilenstein der Theaterkunst an. Ein Jammer nur, dass niemand die Genialität des selbsternannten Staatsschauspielers zu schätzen weiß: nicht der Wirt, der ihm als Spielort einen heruntergekommenen Tanzraum nebst Schweinestall präsentiert, und auch nicht die Dorfgesellschaft, die lieber ihren traditionellen Blutwursttag begeht. Nichts als Kulturbanausen, Kunstverächter überall! Oder ist es am Ende Bruscon selbst, der das Theater am meisten hasst?
Wohl kaum ein Autor hat dem Typus des Künstler-Tyrannen, der inmitten einer trostlosen Wirklichkeit für das Theater lebt und von ihm gleichzeitig aufgezehrt wird, so unterhaltsam gehuldigt wie Thomas Bernhard. In seinem »Theatermacher« ist alles maßlos: Bruscons Leidenschaft fürs Theater, der Glaube an die Kunst, die vermeintliche Beschränktheit der Besucher, ganz grundsätzlich aber der Mensch, dieses egozentrische Wesen.
Inszenierung Andreas Nathusius Ausstattung Maike Häber Licht Marcus Denk Dramaturgie Dr. Christian Katzschmann Regieassistenz/Abendspielleitung/Inspizienz/Soufflage Alina-Katharina Sielaff
Mit Markus Hottgenroth (Bruscon) Christel Mayr (Wirtin) Lovis Erche (Feuerwehrhauptmann)