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"Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen - Theater Plauen-Zwickau

Premiere 20. April 2024 um 19.30 Uhr im Vogtlandtheater Plauen

19.04.2024

Die ganze Stadt ist voller Vorfreude. Die Wiedereröffnung des Kurbades steht vor der Tür. Die Heilquelle könnte einmal die wichtigste Lebensader der verschuldeten Stadt werden, den Wohnungsmarkt befördern und den Wert des Grundeigentums steigern. Schon jetzt habe die Arbeitslosigkeit in der Stadt stark abgenommen, schwärmt die Bürgermeisterin. Da macht ihr Bruder, der Kurarzt Doktor Stockmann, eine Entdeckung: Die Heilquelle ist durch Verunreinigungen toxisch belastet.

© André Leischner

Das Wasser ist eindeutig gesundheitsschädlich, es müsste eine Wasseraufbereitungsanlage gebaut werden. Doch seine Warnung stößt auf taube Ohren. Die Kurverwaltung fürchtet die enormen Mehrkosten und das Ausbleiben der Kurgäste im Fall einer Schließung des Kurbades: Stockmann soll zum Schweigen gebracht werden. Die Redaktion des „Volksboten“ möchte Stockmanns Bericht als Skandal an die Öffentlichkeit bringen, doch die Bürgermeisterin droht Stockmann mit der Kündigung seiner Kurarztstelle und die Bürgerversammlung erklärt ihn zum Volksfeind.

133 Jahre nach seiner deutschen Erstaufführung in Berlin ist „Ein Volksfeind“ aktuell wie nie: Macht kämpft gegen Recht, die „kompakte Majorität“ gegen den „Volksfeind“ Dr. Stockmann. Gefährdet wird bei diesem gesellschaftlichen „Russisch-Roulette“ die sensibelste Staatsform in unserer globalisierten Welt: Die Demokratie. Was passiert mit einer demokratischen Gesellschaft, wenn aus finanziellem Interesse wissenschaftliche Erkenntnisse als Fake News deklariert werden?

Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen wird für den Regisseur Reinhard Göber zur Projektionsfläche, um mit ihm seismographisch die individuellen und gesellschaftlichen Konflikte aufzuspüren, die im „Hier und Jetzt“ des 21. Jahrhunderts aktuell sind.

Aus dem Norwegischen von Bernhard Schulze | Bearbeitet von Reinhard Göber

Regie   Reinhard Göber  
Bühne und Kostüme   Johann Jörg  
Dramaturgie  Luise Curtius
Regieassistenz   Elisa Ender
Soufflage   Mariia Chechel
Inspizienz   Vladimir Golubchyk

Dr. Tomas Stockmann, Arzt   Daniel Koch
Katrin Stockmann, seine Frau  Julia Hell
Petra, ihre Tochter, Lehrerin  Sophie Hess
Hedda und Helene, ihre Töchter Stella Michel Göber/Tessa Tavanti
Kiil, Katrin Stockmanns Pflegevater   Dieter Maas
Silke Stockmann, Bürgermeisterin  Claudia Lüftenegger
Hovstad, Redakteur des „Freien Volksboten“ Mario Gremlich
Billing, Mitarbeiter des „Freien Volksboten“  Philipp Andriotis
Aslaksen, Druckereibesitzerin  Ute Menzel
 

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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