Nach Motiven von Mithu Sanyal und vielen anderen, Stückentwicklung von Fanny Brunner. --- Seit dem Bekanntwerden der Fälle am Berliner Canisius-Kolleg im Jahr 2010 wurde der Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche auch in Deutschland zu einem Medien beherrschenden Thema. Kritisiert werden die patriarchale Struktur der Kirche, deren Vertuschungspolitik, der Ausschluss von Frauen aus höheren Ämtern, die nach wie vor rigide Sexualmoral sowie die Zölibatspflicht für Priester.
Namhafte Kirchenkritiker*innen benennen das Problem seit Jahren: Nur wer sich mit seiner eigenen Sexualität auseinandersetzt, kann auch verantwortlich mit ihr umgehen. Wie es um die Moralinstanz Katholische Kirche und um den Umgang mit Sexualität und Gewalt in unserer Gesellschaft bestellt ist, untersucht Fanny Brunner in ihrer aktuellen Stückentwicklung für das Theater Paderborn, für die Musiker und Songwriter Jan Preißler eigene Songs beisteuert.
Fanny Brunner inszenierte in der Spielzeit 2017/18 am Theater Paderborn Oliver Klucks Stück „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißlebenmeiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ nach der Autobiographievon Andreas Altmann.
Spieler*innen Barbara Fressner Lea Gerstekorn Gesa Köhler Ogün Derendeli
Regie Fanny Brunner / Bühne & Kostüme Daniel Angermayr / Ausstattungsassistentin Carolin Wirth / Musik & Musikalische Einstudierung Jan Preißler / Dramaturgie Sophia Lungwitz / Regieassistenz Hermann Holstein / Ausstattungsassistenz Carolin Wirth / Regiehospitanz Tabea Gesche / Technischer Leiter Klaus Herrmann / Bühnenmeister Michael Bröckling / Licht Maximilian Thierbach / Ton & Video Till Herrlich-Petry / Werkstattleiter Günter Rohlf / Requisite Annette Seidel-Rohlf & Sona Ahmadnia / Leitung Kostümabteilung Edith Menke / Maske Ulla Bohnebeck & Ramona Foerder
Uraufführung: "Zu dir kommt alles Fleisch" - Eine progressive Selbstermächtigung zwischen Religion, Rape Culture und hegemonialer Männlichkeit im Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele
Premiere Fr. 08.11.2019, 19:30 Uhr, Studio
07.11.2019
In einer Collage verschiedenster Stimmen betrachtet die Regisseurin und Autorin die Phänomene sexualisierte Sprache, Gewalt sowie Vergewaltigung aus unterschiedlichen Perspektiven. Indem sie ihren Spieler*innen kulturwissenschaftliche, philosophische, psychologische sowie feministische Betrachtungen in den Mund legt und dabei auch in die intimsten Ecken leuchtet, entsteht ein denkwürdiges Bild über Rollenverhalten, Geschlechterbilder und Machtmissbrauch in unserer Gesellschaft.


