So findet er intuitiv den Weg zu der schlafenden Brünnhilde. Hier lehrt ihn seine eigene Sexualität im Anblick einer Frau das Fürchten. In höchsten Tönen feiern Brünnhilde und Siegfried schließlich ihre Vereinigung. Es scheint, als hätte die Macht der Liebe die des Geldes besiegt.
Richard Wagner (1813–1883), der Staat und Institutionen stets gehasst hat, steht als Revolutionsphilosoph im „Siegfried“ ganz in Bakunins anarchistischer Schule, wonach die alte Ordnung erst zerstört werden muss, bevor Neues entstehen kann. Siegfried bricht mit allen Regeln, weil er sie nie kennengelernt hat und einfach nicht anerkennt. Institutionalisierte Herrscher werden von ihren lachenden Enkeln demontiert. Die neue Generation scheint nicht interessiert an dem alten Machtstreben, doch lässt sie sich leicht instrumentalisieren, wie Wagner schließlich in „Götterdämmerung“ zeigt.
Mit seinem Debüt als Siegfried zeigt der schwedische Heldentenor Michael Weinius dessen spannende Entwicklung vom furchtlosen Anarchisten zu einem empfindsamen jungen Mann. Ensemblemitglied Cornel Frey versucht ihn für seine Zwecke zu missbrauchen. Als Mime debütierte er bereits im „Rheingold“ – jetzt übernimmt er die Partie für den erkrankten Matthias Klink. Nach seinen erfolgreichen Debüts als Wotan entwickelt Simon Neal seine Rolle nun als Wanderer weiter. Die Brünnhilde singt Linda Watson, die in dieser Rolle u. a. schon an der Wiener Staatsoper, der Metropolitan Opera New York, bei den Bayreuther Festspielen und zuletzt in Düsseldorf gefeiert wurde.
Zweiter Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“
Text vom Komponisten
In deutscher Sprache mit Übertiteln
Dauer: ca. 5 Stunden, zwei Pausen
Empfohlen ab 16 Jahren
Musikalische Leitung
Axel Kober
Inszenierung
Dietrich W. Hilsdorf
Bühne
Dieter Richter
Kostüme
Renate Schmitzer
Licht
Volker Weinhart
Dramaturgie
Bernhard F. Loges
Siegfried
Michael Weinius
Mime
Cornel Frey
Der Wanderer
Simon Neal
Alberich
Jürgen Linn
Fafner
Thorsten Grümbel
Erda
Susan Maclean
Brünnhilde
Linda Watson
Waldvogel
Elena Sancho Pereg
Orchester
Düsseldorfer Symphoniker
Die Premiere am 7. April ist bereits ausverkauft. Karten für die vier weiteren Vorstellungen am 22. und 29. April sowie am 6. und 10. Mai sind im Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211.89 25 211), an der Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203.283 62 100) und online über www.operamrhein.de erhältlich.
Richard Wagner, "Siegfried", Deutsche Oper am Rhein
Premiere am Samstag, 7. April 2018, um 17.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf
31.03.2018
Aus dem einstigen Weltenlenker Wotan ist ein machtloser Wanderer geworden. Er verfolgt von fern, wie sein Enkel Siegfried bei dem Zwergen Mime als unbekümmerter Held heranwächst. Doch Siegfrieds Furchtlosigkeit gründet auf einem gefährlichen Defizit: Isoliert und ohne jegliches Geschichtsbewusstsein aufgezogen, schlägt er alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Dazu wurde er von Mime erzogen, der sich erhofft, durch Siegfried den Ring seines Bruders Alberich zurückzuerobern. Doch Siegfried rebelliert gegen seinen Ziehvater und gegen jeden, der sich ihm entgegenstellt.


