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"Anna Bolena" von Gaetano Donizetti im Opernhaus Zürich

Premiere Sonntag, 5. Dezember 2021, 19 Uhr

Für seine 1830 uraufgeführte Oper Anna Bolena nahm Gaetano Donizetti ein reales historisches Ereignis zum Vorbild, die Ehetragödie König Heinrichs VIII. von England: Heinrich lässt sich 1533 ohne Erlaubnis des Papstes von seiner Gattin scheiden, um Anne Boleyn zu heiraten, derer er nach drei Jahren überdrüssig wird. Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Ehe ersinnt der Monarch einen hinterlistigen Plan, um seine Gattin des Verrats an ihm zu überführen.

Copyright: Opernhaus Zürich

Die Oper beginnt, als Königin Anna zurecht befürchten muss, dass Heinrich sein Interesse ihrer Hofdame Jane Seymour zugewandt hat. Annas Jugendfreund, Lord Percy, liefert dem König den willkommenen Vorwand für die vermeintliche Untreue seiner Gemahlin. In einer Gerichtsverhandlung wird Anna des Ehebruchs für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Bevor man sie auf das Blutgerüst führt, verzeiht sie allen.

Donizetti und seinem Librettisten Felice Romani ging es bei der Wahl des Stoffes ihrer Oper jedoch weniger um das historische Drama mit seinen politischen Konflikten; sie wollten leidenschaftliche Gefühle auf die Bühne bringen. Mit Erfolg: Anna Bolena begründete Donizettis Weltruhm, die Titelpartie ist eine der ersten grossen tragischen Sopranrollen der romantischen Oper. In der Uraufführung wurde die stolze und ehrgeizige, durch den Verzicht auf Rache geadelte Königin von der legendären Giuditta Pasta gesungen. Seither ist Anna Bolena die Paraderolle vieler namhafter Sopranistinnen, die hier höchsten sängerischen Anforderungen gerecht werden müssen.

Nach der Belcanto-Oper Maria Stuarda ist Anna Bolena nun der zweite Abend einer Trilogie mit Donizettis Königinnen-Dramen, die in Zürich auf die Bühne kommt. Wie schon in Maria Stuarda ist auch in Anna Bolena die Star-Sopranistin Diana Damrau in der Titelrolle zu erleben. Sie gibt ihr Rollendebüt in dieser Partie. An ihrer Seite singen Luca Pisaroni den König Heinrich VIII. und Karine Deshayes die Rivalin Jane Seymour. Die Inszenierung liegt wiederum in den Händen des amerikanischen Regisseurs David Alden. Auch Enrique Mazzola, ein Experte im italienischen Belcanto-Repertoire, steht erneut am Pult der Philharmonia Zürich.

Lyrische Tragödie in zwei Akten
Libretto von Felice Romani nach dem Drama «Henri VIII»
von Marie-Joseph de Chénier

Musikalische Leitung Enrique Mazzola, Daniele Squeo (09, 13 Jan)
Inszenierung David Alden
Ausstattung Gideon Davey
Lichtgestaltung Elfried Roller
Video Robi Voigt
Choreografische Mitarbeit Arturo Gama
Choreinstudierung Ernst Raffelsberger
Dramaturgie Michael Küster

Enrico VIII
Luca Pisaroni
Anna Bolena
Diana Damrau
Giovanna di Seymour
Karine Deshayes
Lord Rochefort
Stanislav Vorobyov
Lord Riccardo Percy
Alexey Neklyudov
Smeton
Nadezhda Karyazina
Sir Hervey
Nathan Haller
Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

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