Elfriede Jelinek nimmt diese Offenbarungen zum Anlass ein assoziatives, kulturkritisches und diskursives Textgebirge zu schaffen, in dem sie zugleich Schicht um Schicht unserer europäischen Moral- und Sittengeschichte freilegt. So überlagern sich in ihrem neuen Stück wechselnde Perspektiven und Positionen, historische und moderne Frauen- und Rollenbilder, Fragen nach Gerechtigkeit, nach unserem heutigen moralischen Selbstverständnis, Fragen nach Strafe und Schuld.
Am Schauspiel Köln kommt das neueste Werk der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin in einer Inszenierung von Stefan Bachmann zu seiner Uraufführung.
Mit
Margot Gödrös
Simon Kirsch
Lola Klamroth
Peter Knaack Nikolay Sidorenko
Sabine Waibel
Regie
Stefan Bachmann
Bühne / Kostüme
Jana Findeklee | Joki Tewes
Komposition und musikalische Einrichtung
Gajek
Choreografie / Körperarbeit
Sabina Perry
Licht
Michael Gööck
Dramaturgie
Beate Heine
Vorstellungen
Sa 22.12.2018
20.00
Depot 2
Sa 12.01.2019
20.00
Depot 2
So 13.01.2019
18.00
Depot 2
Do 24.01.2019
20.00
Depot 2
Do 31.01.2019
20.00
Depot 2
Bild: Elfriede Jelinek
Uraufführung: "Schnee Weiss (Die Erfindung der alten Leier)" von Elfriede Jelinek im Schauspiel Köln
Premiere Fr 21.12.2018, 20.00, Depot 2
14.12.2018
»Der österreichische Skisport ist die ›heilige Kuh‹«, sagt die ehemalige Skiläuferin und österreichische Abfahrtsmeisterin Nicola Werdenigg, als sie sich im vergangenen Jahr entschließt, Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe während der 70er Jahre in österreichischen Skiinternaten, in Trainingslagern und auf Wettkämpfen öffentlich zu machen. Sie beschreibt die repressive Atmosphäre einer geschlossenen, frauenverachtenden, streng hierarchischen Gesellschaft – Trainer, Lehrer, Rektoren, die im Namen des Leistungssportes ihre Schützlinge unter Druck setzten und missbrauchten. Mit ihren Enthüllungen erschüttert Werdenigg eine der Grundfesten des nationalen Selbstbewusstseins Österreichs.

