Anstatt seiner Frau beizustehen, verbringt er die Abende immer öfter auf dem Gut der Lebedews, die illustre Gelage veranstalten, hinter vorgehaltener Hand über den lächerlichen Iwanow lästern und sich antisemitisch über seine Frau äußern. Da Anna Petrowna ihn nicht davon abhalten kann, dorthin zu fahren, reist sie ihm nach und erwischt ihren Mann in flagranti mit der jungen Sascha. Aber auch nach einer direkten Konfrontation möchte Iwanow nicht von seiner egoistischen Lebensweise abrücken.
Robert Ickes Bearbeitung bringt Tschechows Figuren in die Gegenwart. Dabei bleiben sie Gefangene einer Zwischenzeit, die spüren, dass etwas ohne ihr Zutun zu Ende gegangen ist und etwas Neues sich seinen Weg bahnt, dem sie aber nicht mehr angehören werden. Iwanow ist ein gescheiterter Intellektueller, zu getrieben für das Alltägliche, aber zu träge für das Außergewöhnliche, weil er nicht in der Lage ist, an etwas zu glauben.
in einer neuen Bearbeitung von Robert Icke
Deutsch von John Birke
Inszenierung
Robert Icke
Bühne
Hildegard Bechtler
Kostüme
Wojciech Dziedzic
Licht
Natasha Chivers
Video
Tim Reid
Sound Design
Joe Dines
Dramaturgie
Ingoh Brux
MIT: Benjamin Grüter, Paula Skorupa, Klaus Rodewald, Michael Stiller, Marietta Meguid, Nina Siewert, Felixel Strobel, Christiane Roßbach und Peer Oscar Musinowski
Weitere Vorstellungen: So – 01. Dez, Sa – 14. Dez, Do – 26. Dez sowie ab Januar 20
IWANOW von Anton Tschechow im Schauspiel Stuttgart
Premiere So – 17. Nov 2019, 19:30 – Schauspielhaus
10.11.2019
Der Gutsbesitzer Nikolai Alexejewitsch Iwanow ist ein Mensch ohne Aufgabe. Er lebt mit seiner Frau in einer kleinen russischen Provinzstadt. Seine Frau Anna Petrowna ist Jüdin, die für ihn zum Christentum konvertiert ist und deswegen von ihren Angehörigen verstoßen wurde. Lieben kann er sie längst nicht mehr, und selbst als er vom befreundeten Arzt Jewgeni Lwow erfährt, dass sie unter Schwindsucht leidet – was die beiden ihr verheimlichen –, fühlt er sich nicht verantwortlich.

