Heinrich Böll zählt zu den wichtigsten Intellektuellen der Nachkriegszeit. »Ansichten eines Clowns«, seine Abrechnung mit der konservativen, christlich geprägten BRD der 1950er Jahre, wurde zum internationalen Erfolg. Besondere Popularität genießt Böll bis heute in Russland, wo die orthodoxe Kirche noch immer eng mit dem Staat verknüpft ist. Für den russischen Regisseur Maxim Didenko ist es vor allem der Blick des Clowns auf die Wirklichkeit, die Bölls Betrachtung der Welt so einzigartig macht. Aus der Kunstform der Clownerie, die anarchisch und wahrhaftig zugleich ist, entwickelt er eine neue performative Sprache zwischen Tragik und Komik. »Ansichten eines Clowns« ist seine erste Regiearbeit in Deutschland.
Regie: Maxim Didenko
Bühne & Kostüme: Maria Tregubova
Choreografie: Dina Khuseyn
Musik & Komposition: Vladimir Rannev
Video: Oleg Mykhaylov
Licht: Damian Chmielarz
Dramaturgie: Valery Pecheykin (Gast) / Ouldooz Pirniya
Sophie Arbeiter
Christoph Bornmüller
Rocco Brück
Johanna Eiworth
Lorena Handschin (Schauspielstudio)
Boris Koneczny
Robin Krakowski
Viktoria Miknevich
Patrick Schnicke
Fr, 05.04.2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Kurzeinführung um 19.00 Uhr im Unteren Foyer
Sa, 06.04.2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Kurzeinführung um 19.00 Uhr im Unteren Foyer
Mi, 24.04.2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Kurzeinführung um 19.00 Uhr im Unteren Foyer | Im Anschluss an die Vorstellung Nachgespräch im Theatercafé
So, 28.04.2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Kurzeinführung um 19.00 Uhr im Unteren Foyer
Das Bild zeigt Heinrich Böll
"Ansichten eines Clowns"- frei nach dem Roman von Heinrich Böll - Nationaltheater Mannheim
Premiere: Sa, 30. März 2019, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
23.03.2019
Ein gescheiterter Rebell ist er, dieser Hans Schnier, der sich als tourender Clown selbst ins Abseits verfrachtet. Halb überzeugt, halb trotzig fristet er sein Nomadendasein in bundesdeutschen Hotelzimmern – lieber das, als Industriellensohn sein und seine Kinder katholisch erziehen lassen, wie seine große Liebe Marie es wollte. Schnier ist einer, der das Glück nur als Außenstehender zu ertragen scheint.

