Sie begegnen uns permanent im Kleinen und prägen darin die Epoche. Die kühl sezierende Sprache Müllers schafft ein Panoptikum der Groteske und des Absurden, das den Faschismus in den Strukturen der sittlichen Bürgerlichkeit, der soldatischen Ehre und der Ökonomie als Form menschlicher Vertierung offenbart. Von der Partikelsammlung Die Schlacht ausgehend, führen Szenen zu Schillers Die Räuber und Hauptmanns Die Ratten.
Im Nebeneinander der verschiedenen Sprachen und Zeiten bildet sich ein Motivkreis aus Verrat, Bruder- und Kindsmord, Kannibalismus, Revolution und Bürgerlichkeit, Opportunismus und Vorteilsnahme. Das im Idealismus entworfene Menschenbild findet womöglich seine schreckliche Konsequenz im Faschismus. Das Nebeneinander der Stücke als Versuch dem deutschen Wesen auf den Grund zu sehen.
Regie Alexander Eisenach
Bühne Daniel Wollenzin
Kostüme Lena Schmid
Musikalische Leitung Sven Michelson
Dramaturgie Johannes Kirsten
Mit Lisa Natalie Arnold, Jakob Benkhofer, Susana Fernandes Genebra, Maximilian Grünewald, Günther Harder, Henning Hartmann, Carolin Haupt, Andreas Schlager
Live-Musik Sven Michelson, Niklas Kraft
24.03. So 17:00
30.03. Sa 19:30
07.04. So 19:30
23.04. Di 19:30
Karten-Hotline
0511.9999 1111
Uraufführung: "Räuber-Ratten-Schlacht", Eine deutsche Tragödie: Friedrich Schiller, Gerhart Hauptmann, Heiner Müller, Schauspiel Hannover
Premiere am 21. März 2019, 19.30 im Schauspielhaus
Am Anfang steht der Verrat. Es ist der Verrat des einen Bruders am anderen. Ihm folgt der Brudermord. Ausgehend von dieser Urszene entfaltet sich Heiner Müllers Gewaltreigen Die Schlacht. Szenen aus Deutschland. Die Spaltung Deutschlands in zwei feindliche Brüder. In der Folge die gegenseitige Abhängigkeit des Politischen und Privaten: Verrat, Selbstmord, Freiheit sind Kategorien des Alltags und der Historie.

