
Er durchwandert Gebirge und Wüsten, überquert Meere und Flüsse, trifft auf Fabelwesen aus anderen Welten. Er kommt zu Reichtum in Amerika, erlebt sich als spirituellen Menschen in Afrika und lässt sich schließlich in Ägypten in einem psychiatrischen Krankenhaus zum Kaiser krönen. Am Ende seines Lebens, zurückgekehrt in seine Heimat, muss Peer Gynt erkennen, dass er am eigentlichen Leben vorbeigelebt hat, ein Durchschnittsmensch wie alle anderen geworden ist und nur eine längst vergessene Liebe ihn vor der Bedeutungslosigkeit retten kann.
Als Epos eines „Ich-Verwirklichers“ hat Henrik Ibsen mit dem „dramatischen Gedicht“ PEER GYNT 1867 einen Schlüsseltext über den modernen Menschen geschrieben. Die Rastlosigkeit und Dringlichkeit, mit der Peer Gynt Lebensentwürfe an- und ausprobiert, Identitäten annimmt und hinter sich lässt, kreatives Potential ausschöpft und durch Gier und Größenwahn Schuld auf sich lädt, konfrontiert uns mit unserer fragilen Existenz und ermöglicht uns eine Auseinandersetzung mit unseren eigenen Träumen und Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen.
Mit einem kleinen Ensemble und Mavie Hörbiger in der Titelrolle unternimmt der isländische Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson eine Erkundung der zentralen Fragestellung des Textes: Wer bin ich? Bin ich ein Bettler oder ein Kaiser? Bin ich der Anfang oder das Ende?
Regie
Thorleifur Örn Arnarsson
Bühnenbild
Daniel Angermayr
Kostüme
Daniel Angermayr
Musik
Gabriel Cazes
Licht
Paul Eisemann
Dramaturgie
Anika Steinhoff
Peer Gynt
Mavie Hörbiger
Aase, Peers Mutter
Barbara Petritsch
Solveig/ Anitra/ Die Grüne/ Ingrid
Lilith Häßle
Der Fremde/ Der Knopfgießer/ Krumme/ Herr von Eberkopf/ Schreibfeder
Johannes Zirner
Matz Moen/ Begriffenfeld/ Dovrealte/ Mr. Cotton
Lukas Vogelsang
Live-Musik
Gabriel Cazes
Nächste Vorstellungen: 19. und 21. März, sowie 14. und 27. April 2024