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"Hiob" NACH DEM ROMAN VON JOSEPH ROTH - Schauspiel der Wuppertaler Bühnen "Hiob" NACH DEM ROMAN VON JOSEPH ROTH - Schauspiel der Wuppertaler Bühnen "Hiob" NACH DEM ROMAN...

"Hiob" NACH DEM ROMAN VON JOSEPH ROTH - Schauspiel der Wuppertaler Bühnen

Premiere Sa 21.11.2015 19:30 Uhr / Theater am Engelsgarten. -----

Der gläubige Jude Mendel Singer fristet mit seiner Frau Deborah und den vier Kindern ein bescheidenes Dasein als Lehrer in einem kleinen wolhynischen Schtetl. Zwar ist man umgeben von der fremden und feindlichen Welt des zaristischen und antisemitischen Russland.

 

Zwar lebt man in einer weitgehend entrechteten Situation, in ständiger Pogrom-Angst und wachsender Armut. Doch scheint all das die Existenz der Familie nicht zu gefährden. Erst als sich die alten Bindungen auflösen, kommt Leid über die Familie: Der älteste Sohn Jonas drängt zum Militär, der zweite, Schemarjah, desertiert und geht nach Amerika, die Tochter Mirjam lässt sich mit Kosaken ein und Menuchim, der Jüngste, scheint unheilbar krank. Ausgerechnet ihn, den Schwächsten, müssen die Singers in Russland zurücklassen, als die Welt des Schtetls sich als nicht mehr tragfähig erweist: Sie planen, ihrem Sohn Shemarjah, jetzt Sam, nach Amerika zu folgen.

 

Doch die Schicksalsschläge, die dort auf sie treffen, stellen Mendels Glauben auf eine harte Probe. Hiob erzählt eine zeitlose Geschichte von der Auflösung familiärer Bindungen. Von den Fesseln der Tradition und den Verlockungen neuer Welten. Von Emigration und Assimilation. Und von Glaube und Verzweiflung. Bereits im Titel klingt die alttestamentarische Geschichte von Hiob, dem von Gott geprüften Dulder, an. Ein solcher Hiob ist Mendel Singer: Ein „ganz gewöhnlicher Jude“, passiv in seiner Gottergebenheit, der schließlich, vom Schicksal hart geschlagen, Gott durch Frömmigkeitsverweigerung zwingen will, ihn zu erretten.

 

JOSEPH ROTH Roths Roman wurde sofort ein großer Erfolg, nur übertroffen vom nächsten, den er schrieb, der den Titel Radetzkymarsch trägt und 1932 erschien. Hiob wurde bald in etliche Sprachen übersetzt, von Künstlern illustriert, in einer englischen Zeitung 1936 von Marlene Dietrich als ihr Lieblingsbuch gelobt. Roth, der selbst kein Bühnenautor war, ließ eine erste Dramatisierung von Hiob zu und war bei der Vorbereitung dabei; die Aufführung fand wenige Wochen nach Roths frühen Tod im Juli 1939 in Paris statt, von SchauspielerInnen des Max Reinhardt Ensembles und mit Musik

von Erich Zeisl gespielt. Seine berühmte Leserin saß im Publikum.

Koen Tachelet hat den Roman zu einem Theaterstück geformt, dabei Roths Dialoge, seine einfache und so eindrückliche Sprache, seine bildhaften Beschreibungen belassen, um das berührende Schicksal der Familie Mendel und ihrer Kinder auf der Bühne erlebbar zu machen.

 

PATRICK SCHLÖSSER Patrick Schlösser debütierte 1999 am Düsseldorfer Schauspielhaus mit Messer in Hennen von David Harrower. Von 2000 bis 2002 war er fester Regisseur am Schauspielhaus Bochum: u.a. Triumph der Liebe von Marivaux und Der Leutnant von Inishmore von Martin McDonagh. Am Deutschen Theater Berlin inszenierte er Das Sparschwein von Eugène Labiche. Ab 2003 Arbeiten am Düsseldorfer Schauspielhaus: Gespenster von Henrik Ibsen, Der Impresario von Smyrna von Carlo Goldoni, Die Jungfrau von Orléans von Friedrich Schiller, Ernst ist das Leben. Bunbury von Oscar Wilde/Elfriede Jelinek und Süden von Julien Green. In Krefeld/Mönchengladbach inszenierte er die Oper Werther von Jules Massenet. Weitere Inszenierungen, u.a. am Schauspielhaus Graz, Volkstheater Wien, Theater Lübeck und am Staatstheater Kassel, wo er von 2010 bis 2014 als Oberspielleiter tätig war.

 

Fassung von Koen Tachelet

 

Regie und Bühnenbild Patrick Schlösser

Video-Mapping Stefan Pfeifer, Peter Thoma

Kostüme Susanne Leitner

Dramaturgie Susanne Abbrederis

Regieassistenz Mona vom Dahl

Inspizienz Luisa Rubel

Musik Wolfgang Siuda

 

Mendel Singer Miko Greza

Deborah, Mendels Frau Julia Reznik

Jonas, Mendels Sohn Thomas Braus

Schemarjah, Mendels Sohn Alexander Peiler

Mirjam, Mendels Tochter Philippine Pachl

Menuchim, Mendels Sohn Uwe Dreysel

Der Doktor | Der Rabbi | Kapturak, ein Schlepper | Der Kosake | Mac, ein Amerikaner | Sameschkin, ein Bauer | Der Psychiater | Skowronnek, ein Musikalienhändler Stefan Walz

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