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DON GIOVANNI, OPER IN EINEM AKT von GIUSEPPE GAZZANIGA in Luzern

PREMIERE: SA. 18. OKTOBER 2008, 20.00 UHR IM UG des Luzerner Theaters

Kurz nach der Premiere der Oper «Don Giovanni» in der Version von Lorenzo Da Ponte und Wolfgang Amadé Mozart zeigt das Luzerner Theater das unmittelbare Vorgängerwerk im UG.

Die musikalische Posse in einem Akt von Giovanni Bertati (Text) und Giuseppe Gazzaniga (Musik) kann als eine repräsentative Opera buffa jener Zeit gelten, sie inspirierte Da Ponte und Mozart nicht unwesentlich, wurde jedoch von deren Interpretation des Stoffes für immer verdrängt. In Luzern besteht nun die seltene Gelegenheit, beide Stück im direkten Vergleich zu sehen!

Die Inszenierung berücksichtigt den Aufführungsort (UG) ebenso wie das Ensemble (Studenten): Junge Leute treffen sich in einem Kostümfundus, man erzählt sich Geschichten und befindet sich auf einmal mittendrin in den Abenteuern des Don Juan. Der Umgang mit der Materie ist spielerisch, Kostümfragmente und Requisiten deuten an, ohne eindeutig zu sein, im Vordergrund steht der Witz dieser musikalischen «Farsa», ohne allerdings die tragischen Elemente zu leugnen.

Meister fallen nicht vom Himmel – Meisterwerke auch nicht! Oft geht Ihnen eine wegbereitende Studie voraus wie etwa im Falle «Don Giovanni» von Wolfgang Amadé Mozart. Im Frühjahr 1787 kam nämlich in Venedig eine ebenso titulierte, einaktige Opera buffa von Giuseppe Gazzaniga heraus, und sie erst ermöglichte Mozarts Geniestreich ein halbes Jahr später. Vor allem dessen Librettist Lorenzo Da Ponte liess sich von der knappen Dramenfassung Giovanni Bertatis kräftig anregen:

Don Giovanni eilt von Frau zu Frau: Donna Elvira, Donna Anna, Donna Ximena oder die Bauernmagd Maturina – zahllose Namen finden sich in dem Eroberungsbuch des Verführers. Als er jedoch einen Mord begeht, schlägt das Schicksal zurück: Der Getötete kehrt als Reiterstatue wieder, lässt sich vom dreisten Weiberhelden zum Dîner einladen und rechnet dort ab …

Bertati hielt seine Version vom Don-Juan-Mythos erfrischend kurz, beschränkte sich auf wenige prägnante Szenen und entwarf eine wirkungssichere Dramaturgie. Gazzaniga schrieb dazu eine Partitur, die

durch Originalität auffällt, das Bühnengeschehen plastisch ausgestaltet und vor allem auch dem Witz der Komödie Klang gibt.

MIT: Maria Bernius (Donna Elvira), Olivia Heredia (Donna Ximena), Andrea Matter (Donna Anna), Regula Mühlemann (Maturina), Karin Schärli (Lanterna); Matthias Bieri (Der Komtur), Beat Schwerzmann (Pasquariello), Franz Steffen (Duca Ottavio), Soon-Kee Woo (Biagio), Bo Zhao (Don Giovanni) –

Studierende der Hochschule Luzern – Musik, Junge Philharmonie Zentralschweiz

Luzerner Theater in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Musik und der Jungen Philharmonic Zentralschweiz

PRODUKTIONSTEAM: Andrew Dunscombe (Musikalische Leitung),

Dominique Mentha (Inszenierung),

Florian Michaelis (Bühnenbild), Margot Gadient (Kostüme)

WEITERE VORSTELLUNGEN: 19.10., 22.10., 23.10., 25.10., 26.10., 29.10., 30.10., 1.11. 2008, jeweils

20.00.00 Uhr

Kurz nach der Premiere

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