Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Letzten" von Maxim Gorkij - Hessisches Staatstheater Wiesbaden"Die Letzten" von Maxim Gorkij - Hessisches Staatstheater Wiesbaden"Die Letzten" von Maxim...

"Die Letzten" von Maxim Gorkij - Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Premiere Samstag, den 28.09.2013, 19.30 Uhr, Kleines Haus. -----

In ‚Die Letzten‘ entwirft Maxim Gorkij das Bild einer sich zersetzenden bürgerlichen Gesellschaft, die von Korruption, Amtsmissbrauch und Gewalttätigkeit geprägt ist. Widerstand in Form von Terroranschlägen ist die Antwort.

 

Die Auflösung aller Werte spiegelt sich in der Familie des Polizeichefs Iwan Kolomizew: Seit ein Attentat auf ihn verübt wurde, ist er vom Dienst suspendiert. Zugleich kommen die brutalen Machenschaften ans Licht, derer er sich schuldig gemacht hat. Auch in der Familie herrscht Iwan wie ein Tyrann. Seinen Bruder Jakow nimmt er rücksichtslos aus. Iwans Frau Sofja hatte früher eine Liebesbeziehung zu Jakow. Doch inzwischen hat sie sich vollkommen dem Regime Iwans unterworfen. Durch die Mutter des jugendlichen Terroristen, der angeblich auf Iwan geschossen hat, bekommt ihre Welt einen Riss: Diese Frau, die für ihren Sohn kämpft, zeigt der Ehefrau Sofja, wie sehr sie bereits in der Sumpfwelt Iwans gefangen ist.

 

‚Die Letzten‘ – das sind die Kinder Sofjas und Iwans. Gorkij entwirft in diesen Figuren ein differenziertes Bild davon, wohin der Zynismus und die Abwesenheit von gesellschaftlichen Grundwerten führen: Die älteren Kinder passen sich diesem System perfekt an und werden ihren Vater eher noch übertreffen. Die jüngeren leiden unter der Utopielosigkeit und sehnen sich verzweifelt nach Leitbildern.

 

Gorkij schrieb ‚Die Letzten‘ 1907 im Exil auf Capri. Die Dramaturgie Tschechows aufgreifend, verschärft er das Bild einer untergehenden Gesellschaft. In diesem Sinne versteht der Regisseur Markus Dietz die Inszenierung der ‚Letzten‘ auch als Fortführung seiner Arbeit an Tschechows ‚Drei Schwestern‘, die in der vorigen Spielzeit am Staatstheater Wiesbaden eine sehr erfolgreiche Premiere hatte. Markus Dietz inszeniert sowohl Schauspiel als auch Oper (u.a. in Leipzig, Düsseldorf, Bochum, Potsdam und Kassel).

 

Aus dem Russischen von Ulrike Zemme

 

Inszenierung Markus Dietz

Bühne Mayke Hegger

Kostüme Henrike Bromber

Musik N.N.

Dramaturgie Dagmar Borrmann

 

Mit:

Iwan Kolomizew Michael Birnbaum

Jakow, sein Bruder Rainer Kühn

Sofja, Iwans Frau Susanne Bard

Alexander Nils Kreutinger

Nadeshda Sybille Weiser

Ljubow Franziska Werner

Pjotr Fabian Stromberger

Wera Magdalena Höfner

Frau Sokolowa Evelyn M. Faber

Leschtsch Uwe Kraus

Jakorew Benjamin Kiesewetter

 

Mittwoch, den 02.10.2013, 19.30 Uhr

Donnerstag, den 03.10.2013, 19.30 Uhr

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

IMPRESSIONEN AUS DER SCHWEIZ -- "Monte Rosa" von Teresa Dopler im Studiotheater STUTTGART

Es ist eine Geschichte aus dem Schweizer Alpenmassiv, ein Stimmungsmoment zwischen Gesteinsschichten und Gletscherspalten: "Das ganze Matterhorn hat sich im See gespiegelt." In der Regie von Daniela…

Von: ALEXANDER WALTHER

MARKANTE KONTRASTE -- Neue CD: Beethoven-Klaviersonaten mit Moritz Winkelmann bei Berlin Classics

Der Stuttgarter Pianist Moritz Winkelmann hat eine große Leidenschaft für die Musik Ludwig van Beethovens entwickelt. Es war sein Wunsch, sämtliche Klaviersonaten bei Berlin Classics aufzunehmen.…

Von: ALEXANDER WALTHER

REISE INS UNGEWISSE -- "Amerika" von Franz Kafka im Schauspielhaus Stuttgart

"Du bist noch ein Kind, Roßmann" - so lautet die Feststellung in Franz Kafkas unvollendet gebliebenem Roman "Amerika", der auch den Titel "Der Verschollene" trägt. Es ist der einzig heitere,…

Von: ALEXANDER WALTHER

PACKEND UND KONTRASTREICH -- Dmitri Schostakowitschs 4. Sinfonie mit dem Hochschulsinfonieorchester der Musikhochschule Stuttgart in der Liederhalle Stuttgart

Dmitri Schostakowitsch zog seine vierte Sinfonie nach der Hauptprobe in der Leningrader Philharmonie zurück. Er war damals Anfeindungen als "Formalist" ausgesetzt, die vor allem von Stalin ausgingen.…

Von: ALEXANDER WALTHER

BESEELUNG MECHANISCHER BEWEGUNGEN -- Les Ballets de Monte-Carlo im Forum am Schlosspark Ludwigsburg

Les Ballets de Monte-Carlo gastierte mit Jean-Christophe Maillots "Coppel-I.A." in Ludwigsburg. Die Uraufführung fand 2019 im Grimaldi Forum in Monaco statt. Die Geschichte von Leo Delibes'…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑