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"Wanja in der Gaußstraße" nach Anton Tschechow - Thalia Theater Hamburg

Premiere am 25. Februar 2022, 20h, Thalia Gauß

21.02.2022

„Ich habe nicht gelebt, nicht gelebt!“ Mit der Pistole in der Hand stürzt Wanja herein, wahnsinnig, verzweifelt und schießt mehrmals. Kein Schuss trifft, es ist zum Lachen, ist es eine Komödie? Warum verehren alle den Professor, wenn sein Egoismus so leicht zu durchschauen ist?

© Krafft Angerer

Warum ist Wanjas Nichte Sonja fasziniert von Astrov? Weil er Vegetarier ist und die Natur retten will? Oder ist er nur ihr Ticket in ein anderes Leben? Was hat die mit dem Professor verheiratete Jelena davon, dass alle in sie verliebt sind, wenn sie selbst nichts mit sich anzufangen weiß? Was macht das alles für einen Sinn?

Der russische Weltdramatiker Anton Tschechow erzählt vom Stillstand einer Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts, vom Ende einer Epoche, von der Sehnsucht, auszubrechen. Nur wenige Jahre später wird die Revolution alle Verhältnisse auf den Kopf stellen, aber das wissen seine Figuren nicht. Sie wissen nur – alles muss sich ändern.

Regisseur Hakan Savaş Mican, Live-Musiker Daniel Kahn und das Ensemble überblenden ins 21. Jahrhundert, verwischen Grenzen zwischen Theater und Film, zwischen Zeiten, Genres und Spielverabredungen. Indem Tschechows Welt präsent bleibt, erzählt „Wanja in der Gaußstraße“ von uns, von heute.

In Berlin geboren, in der Türkei aufgewachsen, verbindet Hakan Savaş Mican in seiner Arbeit Räume und Zeiten. „Vögel”, gelobt als „kluges Schauspielertheater“ führt mit Live-Musik auf der Bühne mitten hinein in die Gegenwärtigkeit des Israel-Palästina-Konflikts. Auch Arthur Millers Einwanderer-Drama „Blick von der Brücke“ kommt bei Mican mühelos im Heute an. Jetzt folgt die dritte Arbeit des Regisseurs mit dem Thalia-Ensemble.

deutsch von Angela Schanelec / nach einer Übersetzung von Arina Nestieva

Regie und Bühne Hakan Savaş Mican
Kostüme Miriam Marto
Dramaturgie Susanne Meister
Musik Daniel Kahn
Video Mikko Gaestel

Mit Oliver Mallison, Anna Blomeier, Meryem Öz, Sandra Flubacher, Stefan Stern, Felix Knopp, Pascal Houdus
 

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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