Die Konfrontation mit einer fremden Kultur, die mit ganz eigenen sozialen Codes funktioniert, wirkt als Brandbeschleuniger. Die Situation eskaliert, Weltbilder geraten auf den Prüfstand – am Ende liegen alle Gewissheiten in Scherben.
Die unbeschadete Koexistenz zweier Parallelwirklichkeiten ist so alt wie das Sprechen an sich. In der jüngsten Vergangenheit ist diese geradezu paradigmatisch für das gesellschaftliche Plateau des frühen 21. Jahrhunderts geworden, „alternative Fakten“ heißt das Schlagwort der Stunde. Gibt es sie noch, die Wahrheit?
Nis-Momme Stockmanns Text entsteht als Auftragswerk für die Frankfurter Positionen, ein seit 2001 bestehendes interdisziplinäres Uraufführungsfestival, das sich als Forschungslabor zu aktuellen Themen der Zeit versteht. Heute steht die Frage nach den Grenzen der Verständigung im Zentrum. Erschweren das Erstarken politischer und religiöser Fundamentalismen und die Zunahme autoritärer Denkmuster die Kommunikation, weil die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet? Gibt es noch ein »Wir«, das miteinander spricht?
Ein Werkauftrag für die Frankfurter Positionen 2019 – Festival für neue Werke.
Eine Initiative der BHF BANK Stiftung.
Inszenierung
Pınar Karabulut
Bühne
Michela Flück
Kostüme
Teresa Vergho
Licht
Stefan Schmidt
Dramaturgie
Carolin Losch
Do – 17. Jan 2019
Sa – 19. Jan 2019
So – 20. Jan 2019
Uraufführung: "Das Imperium des Schönen" (ehemals hey [hɛɪ̯]) von Nis-Momme Stockmann, Schauspiel Stuttgart
Premiere am 31. Januar 2019, Kammertheater
Zwei ungleiche Brüder – erfolgreicher Intellektueller der eine, Lebenskünstler der andere – reisen mit ihren Partnerinnen nach Japan. Vier unterschiedliche Lebensentwürfe prallen aufeinander, und wieder einmal zeigt sich, dass der Kampf um das eigene Wertesystem im Privaten mit der gleichen Unbarmherzigkeit ausgetragen wird wie im globalen Maßstab.

