Drei lose Handlungsstränge, die Tony Kushner mit faszinierender psychologischer Präzision zu einem Sittengemälde der USA in den 80ern verwebt und die im zweiten Teil »Perestroika« ihre Höhepunkte erleben. Schließlich geraten die Engel im Himmel in höchste Ratlosigkeit über unsere Welt und stürzen herab.
Tony Kushners epochemachendes zweiteiliges Mammutwerk, 1993 geschrieben und mit dem Pulitzer-Preis geehrt, rechnete zornig mit Klassenfeindlichkeit, Rassismus und vor allem Homophobie im glitzernden American Dream der Reagan-Ära ab. Heute, knapp 30 Jahre später, ist diese Haltung längst nicht überwunden. Erneut trompetet es beängstigend schrill: »Make America Great Again« aus dem Weißen Haus. Das Stück ist aktueller denn je.
Deutsch von Frank Heibert
Regie Tim Kramer
Bühne Gernot Sommerfeld
Kostüme Natascha Maraval
Musik Karolin Killig
Dramaturgie Laura Busch
Hannah etc. Iris Albrecht
Engel etc. Maike Schroeter
Harper etc. Anja Signitzer
Roy Cohn etc. Christoph Bangerter
Bélize etc. Rahul Chakraborty
Louis Ironson etc. Christoph Förster
Joe etc. Andreas C. Meyer
Prior Walter etc. Ralph Opferkuch
In der Inszenierung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.
Theater Magdeburg: "Engel in Amerika" von Tony Kushner
Zwei Premieren an zwei Abenden: Teil I Fr. 28. 2. und Teil II Sa. 29. 2. 2020, um 19.30 Uhr, Schauspielhaus Bühne
Teil I: Die Jahrhundertwende naht
Teil II: Perestroika
Prior Walter ist an AIDS erkrankt. Sein Partner Louis verlässt ihn deshalb. Louis findet Zuflucht beim Anwalt Joe Pitt, der zwar mit seiner Frau Harper in strenger mormonischer Ehe lebt, aber mit Louis in größter Heimlichkeit seine unterdrückte Homosexualität entdeckt. Und der Anwalt Roy Cohn, machtbesessen durch und durch und einer der Strippenzieher der New Yorker Republikaner, lässt sich von seinem Hausarzt lieber Leberkrebs diagnostizieren, als zuzugeben, dass er AIDS hat.

