Ihm reicht der Dachboden – und etwas Menschlichkeit. Herr Biedermann zwingt sich zur Toleranz – auch dann noch, als Schmitz einen weiteren obskuren Untermieter mitbringt und beide immer mehr Fässer mit Benzin auf dem Dachboden deponieren.
„Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand.“ Herr Biedermann könnte die Wahrheit erkennen, aber er stellt sich blind. Warum er dies tut, das ist die Kernfrage dieser amüsanten, bitteren Parabel über Vertrauen, Opportunismus, Lüge und Verdrängung. Max Frischs „Lehrstück ohne Lehre“ entstand 1958, lange bevor die weltweiten Brandstifter unserer Tage denkbar waren. Die selbstverschuldete Wehrlosigkeit gegenüber Täter*innen, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen, ist aber nur eine Assoziationsmöglichkeit bei diesem Stück übers Wegsehen und Weitermachen.
Inszenierung
Kathrin Mayr a. G.
Bühnen- und Kostümbild
Hannah Petersen
Musikarrangement
Clemens Mädge
Herr Biedermann 1
Matthias Herrmann
Herr Biedermann 2
Philip Richert
Herr Biedermann 3
Christoph Vetter
Babette, seine Frau
Britta Focht
Anna, ein Dienstmädchen
Beate Weidenhammer
Schmitz, ein Ringer
Jan-Philip Walter Heinzel
Eisenring, ein Kellner
Yves Dudziak
Ein Polizist
Niklas Schmidt
Chorführer
Niklas Schmidt
Der Chor
Damen und Herren der Lüneburger Singakademie
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
27.09.2019 20:00 Uhr 03.10.2019 20:00 Uhr 05.10.2019 20:00 Uhr 15.10.2019 20:00 Uhr 20.10.2019 19:00 Uhr 27.10.2019 19:00 Uhr 13.11.2019 20:00 Uhr 01.12.2019 19:00 Uhr 10.01.2020 20:00 Uhr
Theater Lüneburg: "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch
Premiere: 27.09.2019, 20:00, Großes Haus
24.09.2019
In der ganzen Stadt lodert es. Tagtäglich liest Herr Biedermann in der Zeitung, wo es wieder gebrannt hat. Er schimpft auf seine Nachbarn, die den Brandstiftern offenbar Tür und Tor öffnen. Wie unvorsichtig muss man sein, denkt er sich, und lädt selbst einen völlig Unbekannten ins Haus ein. Der Ex-Ringer Schmitz war einfach hartnäckig genug. Und er will ja auch gar nichts Außergewöhnliches.


