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THEATER HEIDELBERG: Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“

Premiere 6.3., 19.30, Theaterkino

 

Ein Leben lang hat der Handlungsreisende Willy Loman seinen Traum vom großen Erfolg gegen ein mühseliges Vertreterleben, Geldknappheit, familiäres Versagen und seine eigenen Zweifel verteidigt.

Eigentlich des Kämpfens müde und erschöpft kann er dennoch nicht loslassen und setzt sich und seine Familie, vor allem seinen ältesten Sohn Biff, weiter unter Druck: „Du hast das Zeug zu was ganz Großem in dir!” Biff, sein Bruder Happy und Willys Frau Linda versuchen alles, um den Traum des Vaters wahr zu machen: Erfolgreiche Menschen zu werden. Die Wahrheit, dass sich Willys Traum nicht erfüllen wird, ist unter den gemeinsamen Lügen und Illusionen begraben.

 

Felix Rothenhäuslers Inszenierung des Klassikers von Arthur Miller ist eine Aufforderung zur Selbstanalyse. Welchen Traum träumen wir heute? Das fünfköpfige Ensemble sucht in der offenen und poetisch-abstrakten Bühne von Léa Dietrich den Willy Loman in uns allen und geht der Aktualität des Stoffs in einer entfesselten Leistungsgesellschaft nach.

 

Auf der Bühne stellen sich die Schauspieler immer wieder die Frage nach dem Geheimnis und dem Preis des Strebens nach Erfolg: Bist du glücklich? Du bist doch erfolgreich? Wie hast du es geschafft? „Yes we can” ist das Mantra der Jetztzeit. Es gilt, alles auszuprobieren und keine Möglichkeit ungenutzt zu lassen. Flexibel, fit und bereit, sich immer wieder neu zu erfinden, gerät der Mensch schnell an den Rand der Depression: Burnout ist die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts und betrifft alle gesellschaftlichen Schichten. Aber was laugt uns so aus?

 

Im Gegensatz zu Willy Loman, der in seinem Leben nie genug bekommen hat, haben wir „zuviel” von allem – unsere Freiheit wird zum Zwang, sich um jeden Preis selbst zu verwirklichen, und zugleich konkurrenzfähig und anpassungsfähig zu sein. Willy Loman „hat nie gewusst, wer er war“; wir müssen um jeden Preis „wir selbst“ werden.

 

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf

 

Regie Felix Rothenhäusler

Bühne Léa Dietrich

Kostüme Katharina Kownatzki

Musik Matthias Krieg

Dramaturgie Kerstin Grübmeyer

 

Mit Simone Mende, Jennifer Sabel; Jan Andreesen, Ronald Funke, Matthias Lamp

 

nächste Vorstellungen: 10., 17., 20. & 27.3.

 

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