Ihm zur Seite steht sein getreuer Diener Leporello. Bei einer gescheiterten Verführung kommt es zur tödlichen Auseinandersetzung: Don Giovanni tötet den Vater der Donna Anna. Sie und ihr Verlobter Don Ottavio schwören Rache. Obwohl er sich nun in Acht nehmen muss, stellt Don Giovanni weiter Frauen nach. Donna Elvira, die Don Giovanni trotz aller Umstände liebt, bittet ihn inständig, sein Leben zu ändern, doch wird nur verhöhnt. Schließlich wird Giovanni vom Handelnden zum Gehetzten, der seinem Ende entgegen sehen muss.
Don Giovanni gilt als Meisterwerk der Operngeschichte. Die älteste überlieferte Fassung des Stoffes entstand vor 400 Jahren, von einem Mönch als Lehrstück erdacht. Durch unzählige Bearbeitungen wurde Don Juan zu einem europäischen Theater-Mythos. Wolfgang Amadeus Mozart schrieb seinen Don Giovanni für die Oper in Prag, nachdem seine Hochzeit des Figaro dort so begeistert aufgenommen worden war. Das italienische Textbuch hatte ihm Lorenzo da Ponte geschrieben, der zuvor auch schon das Libretto für Le nozze di Figaro geliefert hatte.
Nach über 10 Jahren kommt Mozarts Meisterwerk Don Giovanni ab dem 28. November wieder auf die Bühne des Theaters Erfurt. Die Neuinszenierung verantwortet der mehrfach ausgezeichnete Regisseur und Braunschweiger Operndirektor Philipp Kochheim. Er zählt derzeit zu den gefragtesten Regisseuren und wurde bereits mit verschiedenen Preisen für seine Arbeit gewürdigt. Zu seinen bisherigen Wirkungsstätten gehören u.a. die Wiener Staatsoper, das Nationaltheater Taipeh, die Theater in Darmstadt, Dortmund, Mannheim, Hamburg sowie das Theater in Chemnitz. Seit März 2013 verantwortet er die Opernsparte am Braunschweiger Staatstheater.
In seiner Regie zeigt das Theater Erfurt das Werk in einem zunächst ungewöhnlich erscheinenden Ambiente. Ein Sanatorium, das an Thomas Manns Zauberberg denken lässt (Ausstattung: Hank Irwin Kittel), bildet den Hintergrund für ein Gefüge von Abhängigkeiten, das denen einer aristokratischen Gesellschaft sehr nahe kommt. Philipp Kochheim ist selbst großer Mozart-Verehrer. Bei der Vorstellung seines Regiekonzept zitiert er Alexander Kluges Ausdruck vom Musiktheater als „Kraftwerk der Gefühle“ und spricht darüber, die Leute verführen zu wollen, Musiktheater auch auf einer emotional-sinnlichen Weise wahrzunehmen und nicht nur auf einer intellektuellen. Für ihn sei es reizvoll und zugleich eine große Herausforderung, die Aura des Don Giovanni, der jeder in irgendeiner Art und Weise zu erliegen scheint, fühlbar darzustellen und den Umgang der Menschen damit erlebbar zu machen.
Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Lorenzo Da Ponte
UA Prag 1787
In italienischer Sprache mit Übertiteln
Musikalische Leitung Joana Mallwitz Inszenierung Philipp Kochheim
Ausstattung Hank Irwin Kittel
Mit
Siyabulela Ntlale / Máté Sólyom-Nagy (Don Giovanni)
Margrethe Fredheim (Donna Anna)
Stefan Cifolelli* (Don Ottavio)
Vazgen Ghazaryan (Komtur)
Lukas Schmid* (Komtur)
Stéphanie Müther (Donna Elvira)
Juri Batukov (Leporello)
Vazgen Ghazaryan (Leporello)
Gregor Loebel (Masetto)
Daniela Gerstenmeyer (Zerlina)
* Gast
Weitere Aufführungen:
Mi, 09.12. | So, 27.12.2015 | Fr, 15.01. | So, 14.02. | Fr, 11.03. |
Sa, 02.04. | So, 10.04. | Sa, 07.05.2016