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Theater Bern "Die Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere Sa., 02. März, 2013, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----

Mozart schafft in seinem Singspiel «Die Entführung aus dem Serail» eine Struktur, die auf musikalischer Ebene weit mehr über die Charaktere erzählt, als es der reine Text vermag.

Psychologisch betrachtet, zeichnet sich für jede Person ein Vorraum der Entscheidung ab: Alles ist offen, jeder Handlungsausgang und jede Entscheidung scheint plausibel. Und das, obwohl das Libretto vordergründig die Themen Gefangenschaft und Befreiung behandelt.

Was passiert, wenn die Faszination für einen Menschen grösser ist als der Hass auf ihn? Konstanze und ihre Diener Blonde und Pedrillo leben unfreiwillig bei Bassa Selim. Konstanze vermag den Avancen ihres Entführers kaum zu widerstehen. Es erscheint jedoch der junge Belmonte und versucht seine Verlobte Konstanze zu befreien – und Blonde, denn sie ist ebenfalls in Gefahr: Sie soll von Bassa Selim an Osmin, den Oberaufseher des Serails versprochen worden sein. Die Entführung der beiden Damen scheitert aber. Allerdings ist die Liebe zwischen Belmonte und Konstanze erstarkt. Bassa Selim gibt sein Werben auf und lässt sie frei.

Mozarts «Entführung aus dem Serail» gilt als erste deutsche Oper. Sie entstand als Auftragskomposition Kaiser Josephs ii., der mit dem Nationalsingspiel einen Gegensatz zur italienisch geprägten Hofoper schaffen wollte. Zeitlich fällt die Entstehung dieses Singspiels mit der Eheschliessung Mozarts mit Constanze Weber zusammen, die der Komponist gegen den Willen seines Vaters heiratete – nicht umsonst trägt die weibliche Hauptpartie des Stücks diesen Namen! Auch wenn dieses Werk vordergründig von Gefangenschaft und Befreiung handelt, so spricht doch die Musik eine andere Sprache: Mozart schafft hier eine Struktur, die auf musikalischer Ebene nie existenziell wirkt. Viel mehr zeichnet sich ein Vorraum der Entscheidung ab: Alles ist offen, jeder Handlungsausgang und jede Entscheidung scheint plausibel. Die Regisseurin Lydia Steier nimmt diese musikalische Faktur zum Anlass, die Person Konstanzes auf ihre Beweggründe hin, den Serail verlassen zu wollen, zu befragen. So entfaltet sich eine Welt, die sich nicht mehr in gut und böse, schwarz und weiss unterteilen lässt und in der eine Entscheidung für das eigene Lebenskonzept folglich nicht einfach zu treffen ist.

Text von Christoph Friedrich Bretzner

Bearbeitet von Johann Gottlieb Stephanie D. J.

In deutscher Sprache

Musikalische Leitung Kevin John Edusei

Regie Lydia Steier

Bühne Susanne Gschwender

Kostüme Siegfried Zoller

Chor Zsolt Czetner

Dramaturgie Katja Bury

Orchester Berner Symphonieorchester

Konstanze Robin Johannsen

Blonde Yun - Jeong Lee

Belmonte Uwe Stickert, Andries Cloete

Pedrillo Andries Cloete

Osmin Pavel Shmulevich

Bassa Selim Beren Tuna

Weitere Termine

Di, 26. Feb 2013, 19:00 - 20:30

So, 10. Mär 2013, 19:00

Mi, 13. Mär 2013, 19:30

Sa, 16. Mär 2013, 19:30

So, 24. Mär 2013, 18:00

Do, 28. Mär 2013, 19:30

Sa, 30. Mär 2013, 19:30

Sa, 06. Apr 2013, 19:30

Sa, 20. Apr 2013, 19:30

So, 28. Apr 2013, 18:00

Mi, 01. Mai 2013, 19:30

So, 12. Mai 2013, 15:00

Di, 28. Mai 2013, 19:30

So, 02. Jun 2013, 18:00

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