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Resolution der Genossenschaft Deutscher BühnenAngehöriger zur Lage der Theater in Nordrhein-Westfalen

Der Landesverband NRW der GDBA betrachtet die Sparvorhaben im Theaterbereich mit großer Sorge. Momentan sind die Theater in Wuppertal, Oberhausen, Hagen, Essen und Moers durch die massiven Einsparungsmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht. Auch in anderen Städten NRWs - so in Dortmund, Krefeld, Köln und Bonn - hat erneut eine Debatte um die Kürzungen der Kulturetats begonnen, deren Ergebnis befürchten lässt, dass es auf nicht allzu lange Sicht wieder zu drastischen und kaum zu verkraftenden Kürzungen bei den Theatern kommen wird.

 

Hatten die Theaterschaffenden bisher geglaubt, ihren Teil zur Minderung der Defizite in den städtischen Haushalten beigetragen zu haben, sehen sie sich derzeitig wieder Forderungen nach zusätzlichen Einsparungen ausgesetzt, die die Theaterlandschaft NRW in ihrer Gesamtheit bedrohen.

 

Das Land NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland befindet sich, was die ihm von der Verfassung zugewiesene Aufgabe als Kulturförderer betrifft, mit 8,33 € pro Kopf und Jahr auf einem Abstiegsplatz - trotz Verdoppelung des Etats in der laufenden Legislaturperiode! Die theatertragenden Kommunen in NRW schultern die Hauptlast der kulturellen Grundversorgung in der Fläche, während sich die Landesregierung überwiegend "Leuchttürme" leistet.

 

Wir unterstützen daher die Forderung des Hauptausschusses des deutschen Städtetages: "Die Länder sind (...) aufgefordert, einen größeren Beitrag als bisher zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur zu leisten." Dies kann in Form eines Bestandspaktes geschehen, wie ihn die theatertragenden Städte fordern, oder einer Erhöhung der direkten Betriebskostenzuschüsse an die 22 städtischen Theater in NRW.

 

Eine Umschichtung der Landesmittel zur Kulturförderung kann und muss umgehend umgesetzt werden, bevor die Theater ausbluten und die Städte kulturell veröden.

 

Wenn auch die politischen Parteien - welcher Couleur auch immer - in ihren Programmen die zentrale Bedeutung von Bildung und Kultur hervorheben und den allgemeinen kulturellen Werteverlust beklagen, so sieht vielerorts die Praxis anders und geradezu vernichtend aus und wird für die Betroffenen als eklatanter Widerspruch empfindlich spürbar.

 

Die Ergebnisse der rigiden Sparpolitik sind: Auflösungen ganzer Sparten, geringere Spielplanangebote, Verkleinerung der Ensembles, Ausweitung eines scheinbar billigeren Gastierwesens, massive Überlastung der Mitarbeiter etc.

 

Die GDBA und die mit uns in engen Kontakt stehenden Personalvertretungen haben in der Vergangenheit immer wieder in Form von Appellen auf diese bedrohliche Lage hingewiesen. Wir hoffen, dass sich die verantwortlichen Politiker der Lage bewusst werden, dass weitere Sparmaßnahmen in den Theatern Ängste und tiefe Zweifel verbreiten. Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen in NRW werden wir Angehörigen der GDBA und unsere Kollegen ein besonderes Auge darauf haben, in welcher Weise kulturpolitischer Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen.

 

Essen, 26.03.2010

 

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