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MESSER IN HENNEN von David Harrower im Schauspielhaus Zürich

Premiere: Donnerstag, 20.9.2012, 20.15 Uhr, Schiffbau/Box. -----

Ein Dorf, ein Hof, keine Fragen. In David Harrowers Stück MESSER IN HENNEN liebt der Pflüger William seine Pferde, bestellt sein Feld und hat eine junge, aus tiefster Seele gläubige Frau. Als ihr der im Dorf verhasste Müller Gilbert Horn (Jirka Zett) durch sein Schreiben eine neue Sicht auf sich und die Welt ermöglicht, beginnt der biblische Sündenfall von vorne …

MESSER IN HENNEN wurde 1995 in David Harrowers Heimatstadt Edinburgh uraufgeführt.

In einem Dorf, in dem Gerüchte und Aberglauben die Atmosphäre vorgeben, in einer vagen Zeitlosigkeit: Kein Ort für grosse Fragen, denn die Antworten stehen fest. Die junge Frau des Pflügers William glaubt noch aus tiefster Seele: „Es ist Gott, der alle Dinge in den Kopf tut, und er ist es auch, der sie wieder rausnimmt.“ Für ihre kindlichen Fragen wird ihr wenig Verständnis entgegengebracht. Man weiss es nicht besser. Oder will ihr Mann ihr den Blick über den letzten Acker hinaus nicht zugestehen? Doch dann begegnet die junge Frau dem Müller Gilbert Horn: Ihr früherer Hass auf den Müller, der in der kollektiven Ablehnung auf den Aussenseiter begründet liegt, verwandelt sich in Faszination und Lust: Ein Kuss, ein Mord und die Erkenntnis, dass es der Mensch ist, der den Dingen ihre Bedeutung gibt: „Ich muss nur die Namen hereinstossen, in das, was da ist, so wie ich mein Messer in den Magen einer Henne stosse.“ Und dann wird der Müller in die Stadt

gehen, in der alles Sinn und Schrift ist …

David Harrower, 1966 in Edinburgh geboren, lebt heute in Glasgow. MESSER IN HENNEN ist sein erstes Theaterstück. Die Sprache seiner Figuren ist sowohl Mittel der Gewaltausübung als auch der Selbstbestim2 mung. Hinter den scheinbar einfachen, doch zupackend offenen Sätzen

öffnet sich eine philosophische Welt von Ein- und Vieldeutigkeiten, die die Vertreibung aus dem Paradies des Unwissens vorführt.

Regisseurin Heike M. Goetze, 1978 in Osnabrück geboren, studierte Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Für ihre Zürcher Diplominszenierung von Juli Zehs Text „Spieltrieb“ gewann sie 2008 den Preis der Körber-Stiftung als beste Nachwuchsregisseurin. Goetze realisierte mehrere Projekte in der freien Szene (z.B. „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ von Lukas Bärfuss), inszenierte am Landestheater Tübingen („SumSum“ von Laura de Weck) und am Theater Basel („Mondscheiner“ von Andri Beyeler). Sie arbeitete am Schauspiel Essen („Blick zurück im Zorn“), am Schauspiel Hannover („Boys Don’t Cry“, „Woyzeck“) und am Schauspielhaus Zürich („Warum läuft Herr R. Amok?“ nach Fassbinder). Im Herbst 2010 kam am Schauspielhaus Zürich Heike M. Goetzes Inszenierung

von „Stiller“ nach dem Roman von Max Frisch zur Premiere (eingeladen zum Festival „Radikal jung“ in München), in der Spielzeit 2011/12 war in ihrer Regie „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ von Werner Schwab zu sehen.

Regie Heike M. Goetze

Bühne Bettina Meyer

Kostüme Heike M. Goetze

Musik Laurenz Wannenmacher, Christian Decker

Licht Frank Bittermann

Choreographie Salome Schneebeli

Dramaturgie Meike Sasse

Mit:

Junge Frau Sarah Hostettler

Pony-William Nicolas Rosat

Gilbert Horn Jirka Zett

Live-Musik Laurenz Wannenmacher, Christian Decker

Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Box:

23. September, 19.15 Uhr

24./ 25./ 27./ 29. September, jeweils 20.15 Uhr

2./ 4. Oktober, jeweils 20.15 Uhr

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