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»Kasimir und Karoline« im Deutschen Theater Berlin

20.05.2006

Die letzte Premiere am 27. Mai um 20.00 Uhr in den Kammerspielen

Andreas Dresen inszeniert »Kasimir und Karoline« von Ödön von Horváth.

»Und die Liebe höret nimmer auf«: Auf dem Münchner Oktoberfest, zwischen grellen Amüsements wie einem Abnormitätenkabinett, der Achterbahn und dem Hippodrom, dreht sich in Horváths Volksstück alles um dieses Motto.

Der arbeitslos gewordene Chauffeur Kasimir kann nicht glauben, dass

Karoline, eine Büroangestellte, ihn trotzdem immer noch liebt. Im Verlauf des Abends trennt sich das Paar und Karoline wendet sich dem Zuschneider Schürzinger zu, während Kasimir Trost bei dem vorbestraften Dienstmädchen Erna sucht. Die berufliche Krise wird zur privaten, einer verletzt den anderen mit seinen Wünschen und Forderungen und glaubt dabei, selbst am meisten verletzt worden zu sein. Echte Gefühle werden durch falsche Worte ausgedrückt, und am Ende gibt es zwar noch die Sehnsucht nach einem besseren Leben, aber Horváths Figuren richten sich in stiller Trauer in den von ihnen mit verursachten Verhältnissen ein.

Andreas Dresen ist Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« und wurde als Filmregisseur mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Filmpreis für »Nachtgestalten« (1998), dem Adolf-Grimme-Preis für »Die Polizistin« (2000) und dem Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele für »Halbe Treppe« (2001). Zuletzt kamen seine Filme »Willenbrock« (mit Axel Prahl, Inka Friedrich und Dagmar Manzel) und »Sommer vorm Balkon« (mit Inka Friedrich und Nadja Uhl)in die Kinos. In den DT-Kammerspielen inszenierte er zuletzt den dokumentarischen Theaterabend »Zeugenstand. Stadtguerilla — Monologe« zur Entführung des Berliner CDU-Politikers Peter Lorenz durch die ›Bewegung 2. Juni‹.

Dresen, der wie Tom Tykwer oder Detlef Buck zu den maßgeblichen deutschen Filmregisseuren gehört, hatte zuletzt mit seinem Film »Sommer vorm Balkon« das Publikum gefesselt. Jetzt arbeitet er erneut mit seiner preisgekrönten Hauptdarstellerin Inka Friedrich und erstmals mit Sven Lehmann zusammen. Um den Jahrmarkt- Blues des Stücks musikalisch einzufangen, begleiten die »17 Hippies« die Produktion und sind mit ihrer frechen berlinischen Mischung von osteuropäischer und westlicher Musik

live auf der Bühne zu sehen und zu hören.

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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