Er fordert seine Freundin Anna auf, die Pläne der Faschisten auszuspionieren, und schickt sie damit „auf den politischen Strich“, wie ihm sein Freund Karl vorhält, der selber die italienische Nacht nutzt, um die unpolitische Leni zu verführen. Martin kündigt Karl die Freundschaft. Für ihn ist er nur ein „halber Mensch“, weil er politisch unzuverlässig ist und ständig mit seiner Erotik in Konflikt gerät. Da erscheint Anna mit der Nachricht, dass die Faschisten im Anmarsch sind, um die italienische Nacht zu sprengen und die Herren Republikaner zu verprügeln.
In seinem 1931 uraufgeführten politischen Volksstück beschreibt Ödön von Horváth (1901 bis 1938) die Blindheit der demokratischen Kräfte vor dem aufziehenden Nationalsozialismus. Er erzählt von ideologischen Kämpfen der Jungsozialisten, saturierten Parteibonzen („draußen Prolet, drinnen Kapitalist“) und einer bürgerlichen Welt, hinter deren gemütlicher Fassade sich Herzenskälte und Bestialität verbergen.
Inszenierung / Bühne
Calixto Bieito
Bühne
Helen Stichlmeir
Kostüme
Sophia Schneider
Musik
Barbora Horáková
Korrepetition
Sebastian Neugebauer, Aleš Vitek
Licht
Sebastian Isbert
Dramaturgie
Ingoh Brux, Bastian Boẞ
So – 22. Sep 19, 19:30
So – 29. Sep 19, 19:30
Mi – 02. Okt 19, 19:30
Do – 03. Okt 19, 19:30
Mo – 21. Okt 19, 19:30
Di – 10. Dez 19, 19:30
Fr – 13. Dez 19, 19:30
Di – 17. Dez 19, 19:30
Das Bild zeigt Ödön von Horváth
ITALIENISCHE NACHT, Volksstück von Ödön von Horváth, Schauspiel Stuttgart
Premiere 21. Sep tember 2019, 19:30 – Schauspielhaus
14.09.2019
"1930-?, in einer süddeutschen Kleinstadt“, so Horváths Angaben zum Stück. Im Wirtshaus Lehninger bereitet sich die Ortsgruppe des republikanischen Schutzverbandes auf ihre „italienische Nacht“ vor. Und Ortsvorstand Stadtrat Ammetsberger will sich das festliche Beisammensein mit Tanz und Gesang von keiner Seite vermiesen lassen. Weder von den Faschisten, die zeitgleich ihren „deutschen Tag“ mit einem Aufmarsch in der Stadt und einer militärischen Nachtübung begehen. Noch von dem jungen Genossen Martin, der vor der braunen Gefahr warnt und seinerseits zur Bewaffnung aufruft.

