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Ein stilles Solo

"VENUS un/seen" von Alexandra Waierstall im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Dagmar Kurtz 06.10.2020

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast im Zeitlupentempo sich und den Raum. Es ist die Tänzerin Karolina Szymura in dem Solo „VENUS un/seen".

© Tanzhaus NRW

Dann setzt die Musik von Hauschka ein, als elektronischer Sound eines präparieren Klaviers. Der Düsseldorfer hat die Musik eigens für diese Chorographie von Alexandra Waierstall konzipiert. Im späteren Verlauf werden die Bewegungen schneller. Die Tänzerin entblößt sich mehr und mehr, dann kleidet sie sich in einer ähnlich verhüllenden Kleidung von Kopf bis Fuß in schwarz.

Manchmal hält sie nach einer Tanzsequenz inne und tritt an den Bühnenrand, fällt quasi aus der Rolle. Das ist nicht nur ein Atemholen, sondern scheint auch eine Art der Selbstvergewisserung zu sein, eine Reflexion über die Rolle, die sie spielt.

Licht und Raum, der Körper und seine Bewegungen, seine Verletzlichkeit und seine Stärke, das ist das Thema dieses leisen, 50minutigen Stückes von Alexandra Waierstall, das jetzt im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde und vom Publikum konzentriert und mit Begeisterung verfolgt wurde.

„VENUS un/seen"
Choreographie. Alexandra Waierstall
Tänzerin: Karolina Szymura
Musik: HAUSCHKA

1. und 2. Oktober 2020

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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