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TURBULENZEN MIT HAPPY END -- "Die Hexe von Konotop" von Hryhorij Kvitka-Osnovyanenko mit dem Ivan Franko Nationaltheater Kiew im Schauspielhaus STUTTGART TURBULENZEN MIT HAPPY END -- "Die Hexe von Konotop" von Hryhorij...TURBULENZEN MIT HAPPY...

TURBULENZEN MIT HAPPY END -- "Die Hexe von Konotop" von Hryhorij Kvitka-Osnovyanenko mit dem Ivan Franko Nationaltheater Kiew im Schauspielhaus STUTTGART

am 27. 3. 2025 beim Europäischen Theaterfestival

Diese Aufführung des satirischen Stücks "Die Hexe von Konotop" nach der Erzählung von Hryhorij Kvitka-Osnovyanenko (1778 bis 1843) geriet zum Höhepunkt des Europäischen Theaterfestivals in Stuttgart. Der Text gehört zur Pflichtlektüre in allen ukrainischen Schulen. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski richtete ein Grußwort ans Publikum. Sie ging darauf ein, dass gerade für Kulturschaffende eine schwere Zeit auch in Deutschland angebrochen sei, weil Werte bewusst infrage gestellt werden. Nicht nur Russland, sondern auch die Türkei und die USA seien in diesem Zusammenhang keine verlässlichen Partner mehr.

Copyright: Julia Weber

In der überaus einfallsreichen Inszenierung von Ivan Uryvskyi ging anschließend das Stück "Die Hexe von Konotop"  mit deutschen Übertiteln in ukrainischer Sprache über die Bühne. Elemente der Folklore wurden hier sehr geschickt mit scharfer Gesellschaftskritik kombiniert. Dummheit, Gier und Aberglauben wurden dabei besonders gegeisselt und grell zur Schau gestellt  - bis hin zu einem unheimlich flimmernden Kreuz. Die Absurditäten des Lebens in einem ukrainischen Dorf im 18. Jahrhundert traten bizarr und sarkastisch hervor.

Im Mittelpunkt stand der Stadtrichter Mykita, der als einfältiger und fauler Beamter von seiner Geliebten Jarema vollständig kontrolliert wurde. Diese Frau galt als sehr gerissen und zauberkundig. Aber auch eine andere Frau trat plötzlich in den Mittelpunkt, die man als Hexe beschuldigte. Mykita beauftragte seinen Gehilfen, den Dorfältesten, mit ihrer Bestrafung: "Sollen wir sie ertränken?" Doch die Dinge liefen nicht wie geplant - das Chaos nahm seinen Lauf. Komische Missverständnisse, Täuschungen und magische Intrigen dominierten jetzt das Geschehen. Die Hexe von Konotop sorgte jedoch dafür, dass die richtigen Brautpaare unter die Haube kamen. Kritik an sich ließ sie nicht gelten: "Warum haben sie sich auf die Zauberkunst verlassen statt auf Gottes Gesetz?" Letztendlich konnten die Leute nichts gegen sie unternehmen, weil sie stärker war.

Unheimliche Zauberkräfte setzten sich bei dieser überaus fantasievollen Inszenierung jedenfalls immer durch. Da muhte plötzlich eine Kuh ganz heftig, die Tür sprang auf - und im Nebel war ein stierähnliches Wesen zu sehen, das von den Frauen umgarnt wurde. Die Menschen mussten schlichtweg nach der Pfeife der Hexe von Konotop tanzen. Außerdem sah man gleich zu Beginn des Stücks drei Frauen, die wie weiße Marmorstatuen wirkten. Schließlich wurden Hauptmann Demjan und Olena ein Paar. Doch sie hatten keine glückliche Ehe, und Demjan wurde als Hauptmann abgesetzt, nachdem seine Frau eine Affäre mit einem anderen Mann begonnen hatte.

Die Aufführung war ein gutes Beispiel für die  große ukrainische Theaterkunst, die gerade hier deutlich hervorblitzte. Dies betraf vor allem die subtile Verbindung von Sprache und folkloristischer Musik. Die Schauspieler Mykhailo Dadalev, Marina Dadaleva, Dana Kuz, Anna Rudenko, Andriy Saminin, Oksana Sydorenko, Oleksandr Yarema und Khrystyna Korchynska leisteten an diesem Abend Herausragendes. Das Werk wird im Rahmen einer großen Tournee erfolgreich in ganz Europa gezeigt. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hat dieses verdienstvolle Gastspiel zusammen mit Intendant Burkhard C. Kosminski möglich gemacht.

Riesenjubel des überwiegend ukrainischen Publikums.
 

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