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"Die lustigen Nibelungen" in Neustrelitz

19.03.2006
Kategorien: Deutschland, News

Burleske Operette in drei Akten von Oscar Straus

Premiere im Landestheater Neustrelitz 25. März um 19:30 Uhr

Er war sehr beliebt, der Nibelungen-Stoff am Ende des 19. Jahrhunderts. Nach dem Krieg gegen Frankreich und der Reichsgründung 1871 brauchte man in Deutschland nationale Identifikationsfiguren, die der neu gewonnen Machtfülle entsprachen. Da war der blonde Recke Siegfried aus dem mittelhochdeutschen Heldenepos gerade der Richtige.

So freute man sich dann auch, als 1876 Richard Wagner seinen 14-stündigen Mythologie-Marathon “Der Ring des Nibelungen” in Bayreuth zur Uraufführung brachte. Der Buchmarkt wurde überschwemmt von Neuausgaben und Nacherzählungen des “Nibelungenliedes”. Man nannte seine Kinder nun Kriemhild, Ute, Gunther und natürlich Siegfried. Dieser ganze Taumel wurde dem Komponisten Oscar Straus irgendwann zu viel. Er war an dem berühmtberüchtigten Berliner Kabarett “Überbrettl” als Musiker engagiert, wo er den Satiriker Fritz Oliven, der sich Rideamus nannte, kennen lernte. Sie taten sich zusammen und schufen ein Werk, dass den ganzen Trubel um die Nibelungen und die hochkochende Begeisterung für Richard Wagners deutsches Operntum aufs Korn nahm. 1904 erlebten “Die lustigen Nibelungen” am Wiener Carl-Theater ihre Uraufführung. Und wie bei diesen beiden Autoren, denen der subversive Schalk im Nacken saß, nicht anders zu erwarten, ging es in diesem Werk äußerst vergnüglich zu. Zwar folgt die Handlung einigermaßen den Vorgaben aus dem Nibelungenlied, wenn Siegfried mit Hilfe seiner unüberwindlichen Kraft und seiner Tarnkappe

König Gunther hilft, die starke Brunhilde zur Frau zu gewinnen, doch jegliches nationales Pathos wird den bekannten Figuren ausgetrieben. “Die Lustigen Nibelungen” stellen den gelungen Versuch da, das satirisch-bissige Operettenmodell, mit dem Jacques Offenbach in Frankreich seinerzeit mit seinen Antikenparodien so erfolgreich war, auf deutsche Verhältnisse zu übertragen.

Musikalische Leitung : Jens Troester

Inszenierung : Kornelia Repschläger

Ausstattung : Matthias Moebius

Kostüme : Jürgen Westhoff

Chor : Gotthard Franke

Dramaturgie : Christoph Blitt

Gunther, König von Burgund : Andrew Costello

Ute, seine Mama : Daniella Böhm

Dankwart, sein Papa : Martin Schubach

Volker, Held : Sigurd Karnetzki

Giselher, Recke : Daniela Stuckstette

Kriemhild, minnige Maid : Katharina Wingen

Hagen, genannt der “grimme Hagen“, sein Onkel : Matthias Ehm

Von Siegfried, Drachentöter : Daniel Gundermann

Brünhild, Königin von Isenland : Larysa Molnárová

Ein Vogel : Urszula Rausch

Damen und Herren des Opernchores

Neubrandenburger Philharmonie

Matinee: 19.3._ 11 Uhr

weitere Vorstellungen im Landestheater:

Sa 1.4., Mo 17.4.(16 Uhr), Fr 21.4., Fr 26.5.,

Fr 9.6. _ jeweils 19:30 Uhr

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