Hamlet, wenn sein Drama denn noch stattfände, steht nicht fern der Front, sondern mittendrin, nicht in Sicherheit, sondern an einem besonders gefährlichen Ort. Und vielleicht ist auf beiden Seiten, dazwischen, darüber ja doch der eigentliche und vielleicht einzig richtige Ort engagierter Kunst, die sich nicht fernhalten kann und nicht zum reinen Machtinstrument werden will.
Oliver Frljić, in Bosnien geboren, als Jugendlicher im Krieg nach Zagreb geflohen, umstrittener und angefeindeter Intendant in Rijeka und, seit seinem Rückzug dort, international gefragter Regisseur, stellt sich anhand dieses sehr kurzen und hochverdichteten Textes von Heiner Müller die Frage nach den Möglichkeiten von Kunst und Opposition im heutigen Europa.
Regie Oliver Frljić
Bühne und Kostüm Igor Pauška
Kostümmitarbeit Maria-Lena Poindl
Licht Norbert Gottwald
Dramaturgie Sebastian Huber
mit Marta Kizyma , Annamária Láng , Marcel Heuperman , Max Gindorff , Branko Samarovski
17. Jan., Fr.
20:00
23. Jan., Do.
20:00
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28,00 €
28. Jan., Di.
20:00
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01. Febr., Sa.
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06. Febr., Do.
20:00
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12. Febr., Mi.
20:00
Das Bild zeigt Heiner Müller
"Die Hamletmaschine" von Heiner Müller - Burgtheater Wien
Premiere 17. Jan.2020, 20:00, Kasino
10.01.2020
„Mein Platz, wenn mein Drama noch stattfinden würde, wäre auf beiden Seiten der Front, zwischen den Fronten, darüber.“ Wackliger, luftiger, prekärer lässt sich die Stellung des Intellektuellen, des Dichters, Künstlers in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Gegenwart kaum bestimmen, als es Hamlet hier angesichts des Aufstands in Ungarn 1956 tut. Ist es nur sein berühmtes „Zaudern“, die vergrübelte Unfähigkeit, mit Konsequenz und allen Konsequenzen Position zu beziehen?


