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DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG: MILES ODER DIE PENDELUHR AUS MONTREUX von Henning Mankell, Theater Bielefeld

PREMIERE 19.03.2013, 20:00 UHR, TAM. -----

»Wir standen im Dunkel und linsten auf die Bühne hinaus. Wir sahen die Zuschauer mit all ihren Erwartungen. Und dann kam Miles. Er stand reglos im Dunkel hinter der Bühne, in sich versunken, die Trompete in der hängenden Hand. Niemand durfte ihn stören.

Niemand durfte ihm nahe kommen. Als sei er in einem Gebet versunken. Zum Gott der Musik. Oder

vielleicht zu sich selbst. Plötzlich reckte er sich und betrat dann die Bühne, ohne Zögern – gefolgt von seinen Musikern. Dann brauste der Jubel. Ich muss zugeben: Ich hatte einen Klumpen im Hals und Gänsehaut am ganzen Körper.«

Ein einfacher Schrottplatzbesitzer aus Schweden begleitet seinen Kumpel nach Montreux, weil der dort als Fahrer für Miles Davis arbeiten soll. Backstage erlebt er dabei das legendäre »Sketches of Spain«-Konzert. Berührt von der einzigartigen Melancholie, Schönheit und Tiefe der Musik ändert dieses Ereignis sein Leben.

Der Autor Henning Mankell hat mit seinem wunderbaren Monolog für einen Schauspieler mit Orchester eine Hommage an den genialen Miles Davis verfasst. Er erzählt dabei von dessen Einsamkeit, den Vorurteilen, die dem schwarzen Musiker entgegen gebracht wurden, über dessen Liebe zum B-Dur-Akkord, über die Schönheit Juliette Grécos, über die Macht der Musik, über Schweizer Uhren, über Nachhaltigkeit und Luftblasen im Glas und wie man mit dem Schmerz umgeht, wenn ein Mensch stirbt, der einem viel bedeutet.

Eine Kooperation mit der Hochschule für Musik Detmold und dem Theater Rigiblick Zürich

Inszenierung Hansjörg Betschart

Mit Daniel Rohr;

twentyFORMILES – ein Ensemble der

Hochschule für Musik Detmold unter der Leitung von Norbert Stertz

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