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Deutsche Erstaufführung: "AM ANFANG WAR DIE WAFFE" von AMIR GUDARZI - Theater Münster

Premiere am Freitag, 01.09.2023, 19.30 Uhr, Kleines Haus

22.08.2023

Happy Birthday, Gaston Glock! Es darf gefeiert werden, der österreichische Held der Waffenindustrie wird 90! Eingeladen sind Naomi Campbell, John Travolta und andere Prominente. Könnte Travolta nicht mal kurz die Glock 17 halten – das hätte doch in Pulp Fiction sexy ausgesehen! Während die „Waffen, die nicht mehr töten wollen“ im Museum liegen und „gerne an Kriege und Tote erinnern, die es nicht mehr geben sollte“, wollen die „Waffen, die noch Lust auf Töten haben“ zurück an die Front, wo sie gebraucht werden, „für die Verteidigung der Demokratie/Überall auf der Welt und sogar wieder in Europa“.

© Michael Lyra

Sie wetteifern um die Prinzipien von Krieg und Frieden, während es Kugeln hagelt. Ob in Halle, den kurdischen Gebieten, in Syrien, Karabach, Kassel oder der Ukraine: Überall wollen die Waffen das vermeintliche Recht der Hand, die sie führt, mit einem Schuss durchsetzen – „In Glock we trust“.

Amir Gudarzis neues Stück sucht ausgehend von dieser Party und ihrem Würdenträger nach den Schauplätzen des internationalen Waffenhandels und der Topografie der Gewalt, die Waffenmogule mit ihren Millionengeschäften in die Welt setzen. Gudarzi, der 1986 in Teheran geboren wurde, besuchte die damals einzige Theaterschule im Iran und studierte anschließend Szenisches Schreiben. Seit 2009 lebt er im Exil in Wien. 2021 war er Stipendiat des Literarischen Colloquiums in Berlin und erhielt den Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, 2022 wurden ihm der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker*innen und der Christian-Dietrich-Grabbe-Preis verliehen. In der Spielzeit 2023/24 ist er Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Mit Das Ende ist nah legt Gudarzi 2023 außerdem seinen Debut-Roman bei dtv vor.

Regie führt die Nachwuchs-Regisseurin Ruth Mensah, die nach einem Studium der Germanistik und Politikwissenschaft 2022 ihr Regie-Studium an der Folkwang Universität der Künste beendete. Während dieser Zeit entstanden eigene Regiearbeiten in Kooperation mit Theatern in Bochum, Dortmund, dem NRW Forum Düsseldorf und dem Theater Bern. Ihre Diplomarbeit Bad Mexican Dog wurde 2022 zum renommierten Körber Studio nach Hamburg eingeladen. 2022 brachte Ruth Mensah Kim de l´Horizons Hänsel und Greta & The Big Bad Witch an den Bühnen Bern zur Uraufführung, das zu den Autor*innentheatertagen 2023 ans Deutsche Theater Berlin und zu Burning Issues Swiss edition eingeladen wurde. 2023 ist Ruth Mensah Teil der Jury des Körber Studios.

Regie
Ruth Mensah
Bühne
Yuni Hwang
Kostüme
Shayenne Di Martino
Dramaturgie
Tobias Kluge

Mit: Samia Dauenhauer, Alaaeldin Dyab, Ilja Harjes, Ansgar Sauren, Nadine Quittner

Weitere Termine:
Mi. 06.09.2023, 19:30 / Fr. 15.09.2023, 19:30 / Do. 28.09.2023, 19:30 / Di. 03.10.2023, 18:00 / Fr. 13.10.2023, 19:30 / Sa. 21.10.2023, 19:30 / So. 29.10.2023, 18:00 / So. 12.11.2023, 19:00 / So. 26.11.2023, 19:00 / Sa. 09.12.2023, 19:30 / Sa. 23.12.2023, 19:30, jeweils Kleines Haus

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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