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"Wie es euch gefällt" von William Shakespeare im Düsseldorfer Schauspielhaus

Premiere Samstag, 12. Januar, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

«Liebe ist nichts als eine Kopfkrankheit, und sie gehört ins Irrenhaus und ausgepeitscht», stellt Rosalind voller Liebeskummer fest. Kein Wunder, hat die Schicksalsgöttin Fortuna den Wald von Arden doch in ein Tollhaus der Gefühle verwandelt.

Alle sind der Liebe Hals über Kopf erlegen: Silvius liebt die Schäferin Phoebe, Phoebe liebt Ganymed. Ganymed liebt Orlando, Orlando liebt Rosalind. Sein Bruder Oliver liebt Aliena, Celia wiederum liebt Oliver. William liebt Audrey und Audrey liebt Touchstone. Selbst die Tiere des Waldes können bei diesen verzwickten Verstrickungen von Begehren, Illusion und Sehnsucht keinen kühlen Kopf mehr bewahren. Führt die wahre Liebe ins Irrenhaus? Und bleibt die erfüllte Liebe womöglich ein romantisches Märchen?

William Shakespeare verspricht dem Zuschauer einen Theaterabend, wie es ihm gefällt, bei dem alle Erwartungen erfüllt werden und der Zuschauer auf seine Kosten kommt. Tief greift er in die Theaterzauberkiste, generiert populäre Konventionen, gängige Klischees, zitiert vertraute Liebescodes herbei und löst zu guter Letzt alle Liebeswirren in einem strahlenden Happy End auf. Doch Shakespeares Figuren fügen sich nur temporär dem Handlungsmuster ihrer Rollen. Stattdessen büchsen sie auf der Suche nach der richtigen Rolle im falschen Leben aus den brüchig gewordenen Schablonen ihres Rollendaseins aus.

Shakespeares romantischer Märchenwald ist nicht nur poetisches Bild für einen machtpolitischen Freiraum, in dem unsere Liebeskranken vor den Beschränkungen der höfischen Welt geflüchtet sind, sondern gleichsam ein utopischer Hohlraum des Theaters. Indem Shakespeare die Spielarten der Liebe als Theaterspiel erprobt, öffnet sich den Figuren im Ardenner Wald ein unbeschränkter Möglichkeitsraum, im Rollenspiel die eigene Identität zu erkunden. Sie spielen Spielende, um zu sich selbst zu finden. Spiel wird Wirklichkeit und Wirklichkeit wird Spiel. Wie weit mögen sie damit kommen?

Regie: Nora Schlocker

Bühne Bernhard Kleber

Kostüme Jessica Rockstroh

Musik Paul Lemp / Komposition

Dramaturgie Daniel Richter

Mit

Jonas Anders / Phoebe/Charles/Amiens/Vogelfreier/Bückling/Hirsch/Bär/Schaf

Christian Ehrich / Oliver/Jaques/Vogelfreier/Bückling/Schaf

Florian Jahr / Rosalind/Amiens/Vogelfreier/Esel

Dirk Ossig / Touchstone/Amiens/Vogelfreier/Bückling

Aleksandar Radenković / Orlando/Corin/Amiens/William/Bückling

Taner Sahintürk / Le Beau/Audrey/Amiens/Vogelfreier/Schaf

Ingo Tomi / Celia/Pfarrer Sir Oliver/Amiens/Vogelfreier/Ochs/Schaf

Sven Walser / Herzog/Frederick/Nana/Silvius/Vogelfreier/Amiens/Schaf

16. Januar, 19.30 Uhr

23. Januar, 19.30 Uhr

4. Februar, 19.30 Uhr

13. Februar, 19.30 Uhr

15. Februar, 19.30 Uhr

22. Februar, 19.30 Uhr

24. Februar, 19.30 Uhr

27. Februar, 19.30 Uhr

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