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WHITE TRASH

02.03.2005

Thalia Theater

"Wir waren schon als Kinder scheiße"

Nichts zu verlieren, null Bock auf irgendwas. Jugendgangs und frühe Gesellschaftsverlierer, Straßen- und Subkultur. Man weiß, woher man kommt, wogegen man kämpft. Man weiß, wer einen schützt, solange man sich an den Codex hält. Sich immer wieder zu vergewissern, dass das Leben mies ist und man grundsätzlich auf der falschen Seite steht, hilft auch nicht weiter.

Punk. Drogen und Gewalt. Irgendwas spüren, manchmal gefährliche Intensität.

Die Wut als Kick, raus aus alltäglicher Tristesse.

Der Begriff ,White Trash' stammt aus amerikanischen Ghetto-Gebieten, wo sich weiße Jugendliche unter wechselseitigen Spannungen an der schwarzen

Subkultur beteiligen. Man ist arm, obwohl man weiß ist, nicht als Rasse,

sondern als Einzelner ein Versager in der weißen Gesellschaft.

1993 erschien in Frankreich Pierre Bourdieus "La misère du monde", in dem

zahlreiche Menschen zu Wort kamen, die im sozialen Abseits gelandet waren.

Franz Schultheis, Soziologieprofessor und Herausgeber der deutschen Ausgabe des Soziologieklassikers, hat jetzt gemeinsam mit einem Forschungsteam diese Form der Befragung auf aktuelle deutsche Verhältnisse übertragen: ,Gesellschaft mit beschränkter Haftung' (erscheint im September 2005).

Interviews mit Jugendlichen, Beschreibung ihrer sozialen Realität, dienen

als Grundlage für dieses Projekt, das der Oberspielleiter des Thalia

Theaters, Andreas Kriegenburg, gemeinsam mit der Abschlussklasse entwickelt.

Schauspiel-Diplominszenierung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Regie Andreas Kriegenburg Einrichtung Harald Thor

Es spielen Rolf Bach, Daniel Hoevels, Julia Köhn, Julia Nachtmann, Johannes

Schäfer, Anjorka Strechel.

Premiere am 28. April um 20 Uhr im Thalia in der Gaußstraße

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