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Uraufführung: EISBÄREN - Dramolette zum Alleinesein, ein Projekt von FUX - Schauspielhaus Wien

01.05.2023

Nach über zwei Jahren Social Distancing hat sich die Angst vor fehlender menschlicher Nahe noch in die vermeintlich robusteste Seele geschlichen. Der „Anonymität der Großstadt“ steht zum Teil eine Verödung im ländlichen Raum gegenüber: Einsamkeit allerorten. FUX haben darum befreundete Künstler:innen gebeten, Dramolette zum Alleinesein zur verfassen. Die Kurzstücke streifen einzeln und zugleich miteinander durch einen Abend, der niemanden alleine lässt…

© Jost von Harleßem

ein Projekt von FUX
mit den Stücken
“Oblomows Plan” von FUX (Nele Stuhler & Falk Rößler),
“Diary of a Lonely Black Woman” von Shari Asha Crosson,
“Company” von Mariam Gviniashvili,
“Das Solitär” von Tino Kühn

Unter der Regie von Falk Rößler (FUX) stehen gleich vier Weltpremieren in einer einzigen Inszenierung an: In ein gemeinsames Bühnenbild gesetzt, umspielen die Dramolette unterschiedliche Dimensionen von Einsamkeit und Alleinsein. Der Ort, ein in die Zeit gefallenes Shoppingcenter, entfaltet dabei seine eigenen Assoziationsräume und verspricht unerwartete Zusammenkünfte von letztlich ganz für sich Gebliebenen.

Menschen sind allein.
In und wegen der Pandemie.
In und wegen dem Kapitalismus.
In und wegen der ökologischen Katastrophen.
In und wegen dem Krieg. In und wegen dem Internet.
In und wegen dem Alter.
Viele Menschen sind allein.

Großbritannien hat 2018 ein ≫Ministerium für Einsamkeit≪ gegründet. Daniel Schreibers Essay ≫Allein≪ lag 2021 unter zahllosen Weihnachtsbäumen. Großstädte sind mit Werbeplakaten von fünf verschiedenen Dating Apps zugepflastert. Und nach über zwei Jahren Social Distancing hat sich die Angst vor fehlender menschlicher Nähe noch in die vermeintlich robusteste Seele geschlichen. Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen ≫allein≪ und ≫einsam≪. Während Letzteres nach Leiden klingt, weckt Ersteres auch positive Assoziationen. Allein sein zu können wird als Quelle der Besinnung, ja sogar als Notwendigkeit seelischer Gesundheit gepriesen. Die Einsamkeit hingegen hat eine pathologische Note. Einem einsamen Menschen geht es nicht gut.

Nicht selten wird die andauernde Erfahrung existenzieller Einsamkeit mit dem Leben in der westlichen Moderne begründet; exemplarisch dafür: die ≫Anonymität der Großstadt≪. Und demgegenüber stehen die Verödung im ländlichen Raum, leer gefegte Kleinstädte, Überalterung in den dörflichen Regionen – Einsamkeit auch dort, Einsamkeit allerorten. Vorm Alleinsein gibt es kein Entrinnen. Man wird sich mit ihm beschäftigen müssen.

FUX haben darum befreundete Künstler:innen gebeten, ihnen Dramolette zum Alleinesein zur Inszenierung zu übergeben. Die Kurzstücke streifen einzeln und zugleich miteinander durch einen Abend, der der Einsamkeit ins Auge blickt und dabei hoffentlich niemanden alleine lässt. Mit freundlicher Genehmigung von S. Fischer Theater & Medien

PRODUKTIONSTEAM
Besetzung: Simon Bauer, Jesse Inman, Clara Liepsch, Sophia Löffler, Hannah Müller, Nils Michael Weishaupt
Stimme: Shari Asha Crosson

Autor/in: Shari Asha Crosson, FUX - Nele Stuhler & Falk Rößler, Mariam Gviniashvili, Tino Kühn
Regie: Falk Rößler
Bühne & Video: Jost von Harleßem
Kostüme: Kathi Sendfeld
Musik: Nils Michael Weishaupt
Dramaturgie: Andreas Fleck
Regieassistenz: Anna Rumpler
Bühnenbildassistenz: Isabela Voicu

TERMINE
FR 05.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
SA 06.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
DI 09.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
MI 10.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
DO 11.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
FR 12.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
SA 13.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
DI 16.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
MI 17.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus
FR 19.05.
EISBÄREN
20:00 Schauspielhaus

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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