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Uraufführung: DIE KRÄNKUNGEN DER MENSCHHEIT von Anta Helena Recke in den Münchner Kammerspielen

Premiere 26. Sep 19, 20:00 Uhr, Kammer 2

Das Musikvideo „Apeshit“ von Beyoncé Knowles und Jay-Z wurde allein auf YouTube 150 Millionen Mal geklickt. Es zeigt „The Carters“, wie sich das Paar nennt, mit einer Performance im Pariser Louvre. Das Museum ist Sinnbild europäischer Kunst, es steht für die eine Kunstgeschichte. Beyoncé steht im Vergleich zu all dem Vergangenen als lebendiges Kunstwerk und zeigt uns ganz deutlich: Im Hintergrund liegt die Vergangenheit, im Vordergrund die Gegenwart.

In der neuen Arbeit von Anta Helena Recke steht die eurozentrische Behauptung einer universellen Menschheits- und Kunstgeschichte ebenfalls auf dem Prüfstand. Ausgehend von Sigmund Freuds Text „Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse“ werden die von ihm diagnostizierten drei Kränkungen der Menschheit – die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass der Mensch vom Affen abstammt und dass er ein Unterbewusstsein hat, das er nicht steuern kann – um eine vierte Kränkung erweitert. Die Tatsache, dass die größte Illusion darin besteht, von einer Menschheit auszugehen, wird hartnäckig übersehen. Vielleicht, weil das eine der tiefgreifendsten Kränkungen des „menschlichen Egos“ darstellen würde.

Gerade das gegenwärtig zu beobachtende globale Wiedererstarken faschistischer Kräfte, Phänomene wie „Men’s Right Activism“ und das selbstbewusste Auftreten von White Supremacy Gruppierungen zeigen, wie tiefgreifend die Illusion einer weißen männlichen Menschheit im weißen Körper verankert ist. Alle wehren sich mit Haut und Haaren – und sind sich für nichts zu schade.

„Die Kränkungen der Menschheit" ist eine Produktion von Anta Helena Recke mit den Münchner Kammerspielen. In Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg und Mousonturm Frankfurt.

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Fonds Darstellende Künste.

Anta Helena Recke ist eine konzeptuell arbeitende Regisseurin. Sie spielt mit den Genres Theater, Performance und bildende Kunst und inszeniert in Stadttheatern genauso wie in der Freien Szene. Reckes Inszenierung „Mittelreich“, die 2017 an den Münchner Kammerspielen Premiere feierte, war 2018 beim Theaterfestival „Radikal jung“ vertreten und wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In der Kritiker*innenumfrage von Theater heute wurde sie zur Nachwuchskünstlerin des Jahres 2018 gewählt. Sie ist zudem Preisträgerin des Internationalen Theaterinstituts (ITI) 2019.

Choreografie, Text, Performance Ariane Andereggen, Jean Chaize, Kinan Hmeidan, Mario Lopes, Samuel Lopes, Lara-Sophie Milagro, Benjamin Radjaipour, Vincent Redetzki, Joana Tischkau, Else Tunemyr, Hayato Yamaguchi, und weitere Mitwirkende aus München
Inszenierung Anta Helena Recke
Bühne Carlo Siegfried
Kostüme Pola Kardum
Musik Luca Mortellaro
Licht Joscha Eckert
Recherche Marja Christians, Chiara Galesi
Dramaturgie Valerie Göhring
Künstlerische Mitarbeit Anna Froelicher, Maxi Menja Lehmann Produktion Olaf Nachtwey, Johanna Thomas

    26. Sep 19, 20:00 UhrAusverkauft, evtl. Karten an der Abendkasse
    27. Sep 19, 20:00 Uhr
    30. Sep 19, 20:00 Uhr
    15. Okt 19, 20:00 Uhr
    16. Okt 19, 20:00 Uhr

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