Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Thomas Bernhard-Stipendium des Landestheaters Linz geht 2011 an THOMAS ARZTThomas Bernhard-Stipendium des Landestheaters Linz geht 2011 an THOMAS ARZTThomas...

Thomas Bernhard-Stipendium des Landestheaters Linz geht 2011 an THOMAS ARZT

Das Landestheater Linz hat zum nunmehr vierten Mal das Thomas Bernhard-Stipendium vergeben. Nach Christoph Nußbaumeder, Johanna Kaptein und Ursula Knoll fiel die Wahl in diesem Jahr auf Thomas Arzt (* 1983 in Schlierbach, Oberösterreich). Der 28-jährige Oberösterreicher konnte sich gegen 60 BewerberInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz durchsetzen.

 

Ein ausgeprägtes Faible hat Arzt für Krimis, Nestroy und das Volksstück. Letztere schlägt sich stark in seinem Debüt, dem eben uraufgeführten Grillenparz am Schauspielhaus Wien nieder. Der junge Schlierbacher beweist darin ein Gespür für Themen und Stoffe, die mit der Identität von jungen Menschen verbunden sind, und zeigt bereits am Anfang seiner Karriere ein großes sprachliches Potenzial. Als Jungdramatiker mit Verantwortung für ein junges Publikum will sich Arzt deshalb aber nicht betiteln lassen: „Ich identifiziere mich nicht über Generationen, ich stehe eher für jemanden, der vom Land kommt“, so der Bernhard-Stipendiat in einem Zeitungsinterview. Seine Verwurzelung mit der ländlichen Heimat zeigt durch rege Aktivität im heimischen Chor und Schultheater, die er in seiner Jugend ausübte.

 

Thomas Asrzt studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Wien und war Gasthörer an der Hochschule für Film und Fernsehen München. In der Spielzeit 2007/08 wurde er zum Autorenförderprogramm stück/für/stück an das Schauspielhaus Wien eingeladen. Sein in diesem Rahmen entstandenes Stück Grillenparz wurde mit dem von der Literar-Mechana gestifteten Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet und im April 2011 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. 2009 erhielt er das Stipendium der Literar-Mechana und 2010 das Dramatikerstipendium der Stadt Wien. Ebenfalls 2010 wurde er zum Dramatikerworkshop des Stückemarkts des Theatertreffens bei den Berliner Festspielen eingeladen.

„Das Theater soll ein Ort sein, wo ein Aufbruch passiert, wo man Lust kriegt zu handeln, es soll politisch Mut machen.“ Außerdem sei jeder Theatervorgang per se politisch findet der junge Autor. „Einfach so Theater machen, das fänd ich feig.“ Derzeit arbeitet Thomas Arzt an einem Stück zum Thema Migration.

 

Ab Herbst 2011 wird Thomas Arzt in enger Anbindung an das Landestheater Linz an neuen Theaterstücken arbeiten.

 

Das Thomas Bernhard-Stipendium versteht sich als Förderung von Autorinnen und Autoren, die am Anfang ihrer literarischen Laufbahn stehen. Es bietet die Möglichkeit, finanziell unabhängig während eines dreimonatigen Aufenthalts in Linz – in möglicher Anbindung an das Landestheater – eigene dramatische Texte zu erarbeiten beziehungsweise daran weiterzuarbeiten. Das Stipendium ist mit 5.500 Euro dotiert.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

REIZVOLLES SPIEL MIT KLASSISCHEN FORMEN -- Konzertabend beim deutsch-türkischen Forum mit Gülsin Onay und Erkin Onay im Hospitalhof STUTTGART

Sie ist Staatskünstlerin der Türkei und eine renommierte Pianistin: Gülsin Onay. Sie trat auch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf. Zusammen mit ihrem Sohn Erkin Onay (Violine)…

Von: ALEXANDER WALTHER

EXPLOSIVE KLANGMISCHUNG -- "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky bei NAXOS (BR KLassik)

Nicht sonderlich erfolgreich geriet die Stuttgarter Uraufführung der einaktigen Oper "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky im Jahre 1917 unter der Leitung von Max von Schillings. In…

Von: ALEXANDER WALTHER

Die ganze Wahrheit? -- „True Crime“ - Andrey Kaydanovskiy | Hege Haagenrud | Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Drei tänzerische Perspektiven zu Wahrheit und Fiktion: Andrey Kaydanovskiy „Chalk“, Hege Haagenrud „The Bystanders“, Demis Volpi „Non-Fiction Études“  

Von: Dagmar Kurtz

SZENEN OHNE ILLUSIONEN -- "Tosca" von Giacomo Puccini in der Staatsoper Stuttgart

Kann Kunst unsere Wirklichkeit beeinflussen? Diese Frage steht als zentrales Thema im Zentrum der Inszenierung von Willy Decker, dessen Figuren sich in Puccinis "Tosca" in einem schwarzen Kasten…

Von: ALEXANDER WALTHER

RETTET DIE FRAUEN! -- Premiere "Zertretung" von Lydia Haider im Schauspiel Nord STUTTGART

Die 1985 in Oberösterreich geborene Lydia Haider hat hier einen radikalen Text vorgelegt, der zuweilen an Rainald Goetz erinnert. Die zentrale Frage lautet: Wie geht man mit einem System um, das…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑