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Theater Bremen: „Pornographie“ von Simon Stephens

Premiere am 12. November 2015 um 20 Uhr im Kleinen Haus. -----

In sechs Episoden gewährt der Autor intimste Einblicke in das Leben von acht Menschen, aufgehoben zwischen zwei Großereignissen: der Mega-Party live eight und den Terroranschlägen auf die City of London 2005.

Sechs Geschichten der Einsamkeit und der Überforderung in der kapitalen Warenwelt. Sechs Grenzüberschreitungen. Neben den Ensemblemitgliedern Martin Baum, Peter Fasching, Guido Gallmann, Gabriele Möller-Lukasz, Susanne Schrader, Franziska Schubert und Robin Sondermann ist Ayana Goldstein als Gast zu erleben. Premiere ist am Donnerstag, 12. November um 20 Uhr im Kleinen Haus.

 

Am 6. Juli 2005 wird London wird zum Austragungsort der Olympischen Spiele gewählt, das Benefizkonzert „Live 8“ steigt am selben Abend in der Stadt. Euphorie breitet sich aus, danach die Ernüchterung: Bombenanschläge am Morgen danach reißen 52 Menschen in den Tod und versetzen die Stadt in Schock und Trauer. Diese öffentlichen Ereignisse bilden den Rahmen von Simon Stephens’ „Pornographie“. Die eigentliche Handlung jedoch zeigt sechs Geschichten, die ebenfalls an diesen Tagen stattfinden und die von „persönlichen, intimen Bombenanschlägen“ erzählen, sagt Regisseur Klaus Schumacher. „Die Kombination von öffentlichen Ereignissen und der subjektiven Wahrnehmung lässt eine tiefgründigere Interpretation zu. Stephens zeigt, wie der Terror in uns entsteht“, fügt Schumacher hinzu.

 

Denn der Terror, sagt auch Simon Stephens, komme nicht mehr von außen, sondern von innen. „Wir haben das Gefühl, es könnte jederzeit etwas passieren, obwohl wir eigentlich sehr sicher sind. Deswegen haben wir das Stück auch in London gelassen, um etwas Distanz zu wahren. Trotzdem komme einem das Stück sehr nah, denn „Stephens hat die Fähigkeit, die Komplexität, in denen wir leben in Geschichten zu fassen, die sehr nah an der Realität sind und damit ein hohes Identifikationspotential bieten. Wir erfahren etwas über uns in seinen Figuren“, sagt Schumacher.

 

Regisseur Klaus Schumacher, der unter anderem in der vergangenen Spielzeit für die Inszenierung von „Szenen einer Ehe“ verantwortlich war, bringt „Pornographie“ von Simon Stephens auf die Bühne und sorgt damit dafür, dass sich das Theater Bremen zum ersten Mal mit einem der wichtigsten zeitgenössischen Dramatiker beschäftigt. Ab der Spielzeit 2000/01 war Klaus Schumacher für vier Jahre künstlerischer Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Moks. In der Spielzeit 2012/13 inszenierte er am Theater Bremen „Woyzeck“ in der musikalischen Fassung von Tom Waits und Kathleen Brennan und „Buddenbrooks“ nach Thomas Mann. In der Spielzeit 2013/14 inszenierte er den Roman „Kleiner Mann – was nun?“, es folgten die Inszenierungen „Othello“ und „Szenen einer Ehe“ in der vergangenen Saison.

 

Regie: Klaus Schumacher

Bühne: Andreas Freichels

Kostüme: Karen Simon

Musik: Tobias Vethake

Dramaturgie: Simone Sterr

 

Mit: Martin Baum, Peter Fasching, Guido Gallmann, Ayana Goldstein, Gabriele Möller-Lukasz, Susanne Schrader, Franziska Schubert, Robin Sondermann

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