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Zukunftssorgen und mutige Arbeit: Spielzeitbeginn am WOLFGANG BORCHERT THEATER in MÜnster

Premieren am 14.9., 26.9. und 16.10.2019

Drei Stücke werden parallel probiert. In der Premiere zur Spielzeit-Eröffnung „Der König lacht“ (14.9.) steht Intendant Meinhard Zanger in der Titelrolle auf der Bühne, bei der zweiten Premiere „How to date a Feminist“ (26.9.) führt er Regie und in der dritten Premiere „Alles was sie wollen“ (16.10.) stellt sich Neuzugang Markus Hennes dem Münsteraner Publikum vor.

Sorge bereitet Zanger das politische Klima in Deutschland. Die zunehmende Polarisierung innerhalb der Gesellschaft, die Zunahme des Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus muss „wenn nicht schon verhindert, so doch gestoppt“ werden. Die bevorstehenden Landtagswahlen in drei östlichen Bundesländern haben für ihn „Signalwirkung, wohin die Reise gehen kann. Und dann wird es um die Kunst nicht gut bestellt sein, wenn man sich das Programm einer bestimmten Partei anschaut, die in Berlin Veranstaltungen gezielt stört, im weiteren Osten Deutschlands auf Wiederbelebung nationaler Kultur hofft und im Südwesten Umfragen an Theatern über den Anteil ausländischer Mitarbeiter durchführt.“

So haben sich Ensemble und Mitarbeiter einstimmig der „NRW-Erklärung der Vielen“ angeschlossen. Die Kampagne macht auf die Bedrohung der Kunstfreiheit aufmerksam. Allein in NRW haben bisher 262 Einzelpersonen, Institutionen, Ensembles die Erklärung „Kunst schafft einen Raum zu Veränderung der Welt“ unterschrieben (https://www.dievielen.de/erklaerungen/NRW).

Eine Hiobsbotschaft aus dem Kulturministerium, die das Theater in den Ferien erreichte, hatte der Intendant Ensemble und Mitarbeitern zu verkünden. Mittlerweile im vierten Jahr kämpft das WBT um eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses durch das Land NRW, um die seit dem Umzug in den Flechtheimspeicher gestiegenen Anforderungen an Personal-, Sicherheits- und Sachkosten zu decken. Die Hoffnung wuchs, als die neue Landesregierung erklärte, den Kulturetat des Landes binnen fünf Jahren zu verdoppeln. Das WBT bekommt vom Kuchen nichts ab: Zum wiederholten Male wurde der Antrag auf Erhöhung seitens des Theaterreferats im Ministerium abgelehnt – und das ohne Begründung. 1999 hatte der Zuschuss noch 250.500 Euro betragen, dann wurde er in der Steinbrück/Vesper-Ära sukzessive auf 162.500,- Euro (2005) abgesenkt und bis 2010 auf 202.000,- Euro „korrigiert“, heute beträgt er 214.200,- Euro – eine Anhebung in den letzten zehn Jahren um 6,03 %. „Viele andere Theater in Münster erhielten ordentliche Erhöhungen. Sie alle machen gute Arbeit? Warum werden wir nicht erhöht? Machen wir keine gute Arbeit? Ich empfinde das als ungerecht.“ Zanger will in der nächsten Zeit weiter das Gespräch suchen.

Das Bild zeigt das WBT-Ensemble

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