Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
»Spam. Fünfzig Tage« von Roland Schimmelpfennig, Deutsches Theater Göttingen »Spam. Fünfzig Tage« von Roland Schimmelpfennig, Deutsches Theater Göttingen »Spam. Fünfzig Tage« von...

»Spam. Fünfzig Tage« von Roland Schimmelpfennig, Deutsches Theater Göttingen

Premiere Sa, 29.11.2014 -----

»Hey, wie geht’s?«, »War schön gestern«, »Sag mal, hast du mir das geschickt?«, »Ich weiß nicht, warum es dort nichts kostet, und bei uns kostet das –«, »Bin gleich da«, »Wir könnten was kochen, aber ich hab nichts im Kühlschrank«.

Ein Zug voller Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause, zu einer Verabredung oder ins Kino sind. Alle müssen irgendwo hin. Alle haben Handys, Smartphones, Tablets. Alle telefonieren, schreiben Nachrichten oder checken Mails. Alle kommunizieren. Ein schier unendliches Gerede ist der Hintergrundsound unseres Lebens.

 

Und während in dem Zug in einer europäischen Stadt die mobilen Endgeräte im Einsatz sind, bauen die Arbeiter im Kongo unter unmenschlichen Bedingungen Coltan ab, das ein zentraler Baustein der Geräte ist.

 

Roland Schimmelpfennig verknüpft auf poetische und überraschende Weise unsere Lebenswelt mit der der afrikanischen Arbeiter: Aus den Gesprächsfetzen der Reisenden schälen sich immer mehr und deutlicher die Geschichten aus der kongolesischen Coltan-Abbaugrube heraus. Es gibt dort ein Grubenunglück, das durch massive Regenfälle immer weiter verschärft wird und das die Arbeiter zu bewältigen versuchen. Es geht dort um Überleben und Tod und hier um die kleinen Dramen des Alltags. Unterschiedliche Realitäten vermischen sich, Mythen schwemmen an die Oberfläche, Liebesgeschichten entspinnen sich, Erlebnisse gewinnen einen surrealen Charakter, Traumhaftes tritt zutage und so bespiegeln sich Europa und Afrika gegenseitig. Der Grusel hinter unserer smarten Welt wird sichtbar.

 

Regie Matthias Kaschig

Bühne und Kostüme Hannah Landes, Matthias Kaschig

Dramaturgie Sonja Bachmann

 

Do, 04.12.2014

Fr, 19.12.2014

Di, 23.12.2014

So, 28.12.2014

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

SPIELTECHNISCHE RASANZ -- 6. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart unter Cornelius Meister im Beethovensaal der Liederhalle STUTTGART

Ein abwechslungsreiches Programm präsentierte das Staatsorchester Stuttgart unter der inspirierenden Leitung von Cornelius Meister im Beethovensaal der Liederhalle. Gleich zu Beginn überzeugte die…

Von: ALEXANDER WALTHER

MUSIK UND WORT VEREINT -- Rothko String Quartet im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Ende 2022 wurden die Briefe von Ingeborg Bachmann und Max Frisch im Suhrkamp Verlag veröffentlicht. Sehnsuchtstöne, Eifersüchteleien und Streitgespräche wechseln sich ab. Amelie Schmidt (Rezitation)…

Von: ALEXANDER WALTHER

SPHÄRENHAFTES KLANGSPEKTRUM -- Werkstattfestival Studio Neue Musik & Campus Gegenwartim Konzertsaal der Musikhochschule STUTTGART

Wieder war Neues aus den Kompositionsklassen von Prof. Marco Stroppa und Prof. Martin Schüttler zu hören. Das Konzert I stellte Kompositionen von begabten Hochschulstudenten vor. Von der Koreanerin…

Von: ALEXANDER WALTHER

IMPROVISATION ZWISCHEN JAZZ UND KLASSIK -- Quatuor Ebene Waves im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Seit über 20 Jahren feiert das Ensemble Quatuor Ebene mit Pierre Colombet (Violine), Gabriel Le Magadure (Violine), Marie Chilemme (Viola) und Yuya Okamoto (Violoncello) sowie Xavier Tribolet…

Von: ALEXANDER WALTHER

NEUES VOM SEEMANN POPEYE -- "Liebe - eine argumentative Übung" im Foyer des Kammertheaters STUTTGART

"Olivia liebte den Schwanz ihres Freundes" - so heißt es im Stück "Liebe - eine argumentative Übung" von Sivan Ben Yishai. Es geht darin um den spinatliebenden Seemann Popeye und seine Freundin Olivia…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑