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"Schimmernder Dunst über CobyCounty" nach dem Roman von Leif Randt im Theater Bremen

10.09.2013

Premiere am 13. September, um 20 Uhr im Kleinen Haus. -----

In CobyCounty, einem dauersonnigen Ort irgendwo am Meer, wo es allen gut geht, gibt es kein Unglück. Das Leben spielt sich in einer „maximal kontrollierten Wohlfühlblase“ ab, es gibt keine niederschmetternden Schicksalsschläge jedoch auch keine wirklichen Höhepunkte im Leben der Protagonisten.

Zwar kündigt sich ein Sturm an, aber auch dieser geht ohne konkrete Konsequenzen vorüber. Von all dem ziemlich unbeeindruckt bewegt sich der junge Literaturagent Wim durch dieses paradiesische Fleckchen Welt. Beziehungen beginnen und werden beendet, gefeiert wird auch mal übermäßig, der Job geht verloren. Doch „das Gute ist, dass es nie schlechter wird.“ Die äußere Realität hat kaum Konsequenzen auf die Menschen in CobyCounty. Als wäre es ein Videospiel oder ein Film. Völlig ohne moralischen Zeigefinger gelingt es dem bereits vielfach ausgezeichneten Autor Leif Randt, eine Atmosphäre zu erzeugen, die auf unheimliche Weise zugleich anzieht und abstößt. Er versteht es, die Vision einer Zukunft spürbar zu machen, die doch ganz viel mit uns heute zu tun hat. Wie leben wir jetzt, wie wollen wir, wie können wir leben? Wie der Autor einmal selbst sagte: „Mein Buch ist aus Versehen politisch.“

„Das wahrscheinlich unaufgeregteste Buch der Saison“ nannte die F.A.Z Leif Randts Roman „Schimmernder Dunst über CobyCounty“, für das er 2012 den Düsseldorfer Literaturpreis erhielt.

Inszeniert wird „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ von Felix Rothenhäusler, der seit der letzten Spielzeit als Hausregisseur im Schauspiel am Theater Bremen tätig ist. Zuvor inszenierte er unter anderem am Staatstheater Saarbrücken, am Deutschen Theater in Göttingen, am Theater Heidelberg sowie am Düsseldorfer Schauspielhaus. In der Spielzeit 2012/2013 zeigte er in Bremen gleich drei Arbeiten: Die Romanadaption „Sickster“ nach dem Buch von Thomas Melle, seine adaptierte und erweiterte Inszenierung von Eugène Labiches Komödie „Die Affäre Rue de Lourcine“, die 2010 auf dem Festival Premières in Straßburg gezeigt wurde, sowie seine außergewöhnliche Inszenierung von Friedrich Schillers „Die Räuber“.

Neben den Schauspielern gehört zum Ensemble auch ein echtes Pferd, das, laut Kade, widersprüchlicherweise nicht kontrollierbare Natürlichkeit und absolute Künstlichkeit gleichermaßen verkörpert.

Regie: Felix Rothenhäusler

Bühne: Evi Bauer

Kostüme: Anja Sohre

Musik: Matthias Krieg

Dramaturgie: Tarun Kade

Mit: Karin Enzler, Peter Fasching, Guido Gallmann, Lisa Guth, Irene Kleinschmidt, Johannes Kühn, Siegfried W. Maschek und Justus Ritter

Weitere Termine unter www.theaterbremen.de

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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