Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Österreichische Erstaufführung: NACHTGESPRÄCHE MIT MEINEM KÜHLSCHRANK von Klaus Pohl, Theater Nestroyhof Hamakom in WienÖsterreichische Erstaufführung: NACHTGESPRÄCHE MIT MEINEM KÜHLSCHRANK von...Österreichische...

Österreichische Erstaufführung: NACHTGESPRÄCHE MIT MEINEM KÜHLSCHRANK von Klaus Pohl, Theater Nestroyhof Hamakom in Wien

Premiere: 14. Mai 2013, 20.00 Uhr. -----

„Beim Glück da hab ich immer Pech gehabt.“ Bunzel war einst ein erfolgreicher Schauspieler. Jetzt wohnt er in einem heruntergekommenen Pensionszimmer. Trotz ausbleibender Engagements spielt er weiter.

Die einzige Bühne dafür ist sein Fenstertheater, aus dem heraus er für Passanten Vorstellungen gibt.

Bunzel hat sich sein Leben auf dem Abstellgleis so gut es geht eingerichtet. Doch er kann nicht verhehlen, dass er seit zwanzig Jahren ein Leben unter Schock führt. Die ausbleibenden Engagements kränken ihn zutiefst.

 

Einsam, arm und alt geworden, vertraut er sich seinem letzten verbliebenen Freund an: Gerd, sein Kühlschrank. Doch auch Gerds Existenz ist bedroht. Der ebenfalls in die Jahre gekommene Stromfresser ist nicht mehr der Dichteste und muss verkauft werden. Und dass obendrein nun ein Film über sein Leben gedreht werden soll, in dem Klaus Maria Brandauer ihn darstellen soll, gibt Bunzel den Rest. „Ich kann anders aussehen, einen anderen spielen. Aber wenn das so ist, dann kann ich auch ICH spielen und so aussehen wie ich. Ich war immer meine Traumrolle.“

 

Klaus Pohls vielschichtiges Stück ist eine Parodie auf die Blasiertheit eines größenwahnsinnigen Selbstdarstellers und eine Liebeserklärung an das Theater zugleich. Der eigens als „Hosenrolle“ konzipierte Monolog für eine Schauspielerin entfaltet mit Sprachspielen und galligem Humor die Charakterstudie eines Gescheiterten, der sich mit letzten Kräften gegen den Absturz in die Bedeutungslosigkeit wehrt. Bunzels Furor ist nicht reine Eitelkeit, sondern der unerschütterliche Kampf um Würde und Selbstwert.

 

Klaus Pohl | Autor

*1952, war nach seiner Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Schauspieler, u.a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Thalia Theater Hamburg und am Schauspielhaus Zürich. 1999 war Pohl am Wiener Burgtheater als Horatio in „Hamlet“, 2002 als Max in „Anatol“, 2003 in der Uraufführung von Gert Jonkes „Chorphantasie“, 2004 als Derwisch in „Nathan der Weise“, und 2006 als Er in Jon Fosses „Schlaf“ zu sehen. Seit 2000 ist er Mitglied des Burgtheaters. Außer Theaterstücken verfasste er Drehbücher, Hörspiele, Essays und den Roman Die Kinder der Preußischen Wüste.

 

Eine Produktion von Theater Nestroyhof Hamakom

 

Mit: Karin Yoko Jochum

Regie: Dora Schneider

Musik: Thomas Richter

 

Vorstellungen: 17. und 18. Mai, 20.00 Uhr

Wiederaufnahme im Herbst 2013

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

UNHEIMLICHE VERWANDLUNG -- Premiere "Hamlet" von William Shakespeare im Schauspielhaus STUTTGART

"Was faul ist und begraben, kommt ans Licht". Diese Erkenntnis Hamlets prägt auch die düster-packende Inszenierung von Burkhard C. Kosminski, der hier verschiedene Aspekte auf den Punkt bringt. Es ist…

Von: ALEXANDER WALTHER

BEWEGENDE NATURSCHILDERUNGEN -- Stuttgarter Philharmoniker mit der "Alpensinfonie" von Richard Strauss in der Liederhalle STUTTGART

"Erhabene Landschaften" standen diesmal im Mittelpunkt. Zunächst musizierten die Stuttgarter Philharmoniker unter der kompetenten Leitung von Frank Beermann die "Grand Canyon Suite" aus dem Jahre 1931…

Von: ALEXANDER WALTHER

DRAMATISCHE AUSDRUCKSKRAFT -- Neue CD "Letzte Lieder" mit Sebastian Naglatzki und Ana Miceva, beim Label Genuin erschienen

Mit ihrem Album "Letzte Lieder" widmen sich die Pianistin Ana Miceva und der Bassbariton Sebastian Naglatzki den letzten Liedkompositionen von Franz Schubert, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Maurice…

Von: ALEXANDER WALTHER

DER TEUFELSGEIGER ALS GITARRIST -- Ensemble Visconti Plus im Schloss BIETIGHEIM-BISSINGEN

Das Visconti-Quartett wurde 2006 aus Mitgliedern der "sueddeutschen kammersinfonie bietigheim" und Lehrern der Bietigheim-Bissinger Musikschule gegründet. Der Name dieses Ensembles geht auf die aus…

Von: ALEXANDER WALTHER

BLICK IN DEN DIGITALEN ABGRUND -- Premiere "KI essen Seele auf" von Thomas Köck im Kammertheater STUTTGART

In Regie, Konzept Bühne & Kostüm von Mateja Meded taucht der Zuschauer in die bizarre Welt der Künstlichen Intelligenz immer tiefer ein, weil es die drei hervorragenden Schauspielerinnen Therese Dörr,…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑