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Oper: "Die tote Stadt" von Erich Wolfgang Korngold im Theater Hagen

04.04.2007
Kategorien: Deutschland, News

Premiere 14. April 2007, 19.30 Uhr, Hauptbühne.

Neben Mozart und Mendelssohn war er wohl das größte Wunderkind der Musikgeschichte: Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) begann mit kaum sechs Jahren zu komponieren, schrieb mit elf sein erstes Ballett für die Wiener Hofoper und mit 19 seine ersten beiden Opern.

Der spätere Meisterschüler Alexander Zemlinskys erregte schon als Jugendlicher die rückhaltlose Bewunderung von Gustav Mahler und Richard Strauss, und bald schon nahmen so berühmte Dirigenten wie Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler seine Werke ins Programm. Doch damit nicht genug: Mit gerade 23 Jahren konnte Korngold den glanzvollsten Bühnenerfolg der jungen Weimarer Republik für sich verbuchen – die zeitgleiche Uraufführung seiner Oper »Die tote Stadt« 1920 in Hamburg und Köln. Mit diesem faszinierenden Stück traf Korngold den Nerv einer Epoche, die sich, kaum den Schrecken des Ersten Weltkriegs entronnen, bereits im Aufbruch befand zu einer neuen Zeit – den goldenen Zwanzigern.

Um Abschied und Erneuerung kreist nicht zufällig auch die vielschichtige Handlung: In Brügge, der »toten Stadt« des Titels mit dem dunklen Zauber ihrer Gassen und Kanäle, lebt der Künstler Paul allein in der Erinnerung an seine verstorbene Frau Marie. Unfähig, deren Tod zu akzeptieren, beschwört er in immer neuen Visionen die Auferstehung Maries. Als Paul der Tänzerin Marietta begegnet, wird sein »Traum der Wiederkehr« unversehens Wirklichkeit – gleicht Marietta der toten Marie doch bis aufs Haar! Sind sie in Wahrheit eine Person? Als Marietta ausgerechnet Maries Liebeslied »Glück, das mir verblieb« anstimmt, scheint für Paul alles klar – mehr und mehr steigert er sich in einen Rausch der Bilder und Emotionen, der Gestern und Heute, Fantasie und Realität verschwimmen lässt. Erst an der Grenze zum Wahnsinn muss Paul erkennen, dass es auf dieser Welt kein Wiedersehen mit der Geliebten geben wird. Er wendet sich ab von der Vergangenheit und beschließt, die tote Stadt zu verlassen. Am Ende steht der Blick in die Zukunft; am Ende steht – so der ursprüngliche Titel der Oper – der »Triumph des Lebens«.

Erste Aufführung in Hagen seit 1928.

Musikalische Leitung

Antony Hermus

Regie

Paul Esterhazy

Ausstattung

Pia Janssen

Besetzung

Paul Dario Walendowski

Marietta | Marie Dagmar Hesse

Brigitta Liane Keegan

Frank Frank Dolphin Wong

Fritz Peter Schöne

Juliette Stefania Dovhan | Johanna Krumin*

Lucienne Marilyn Bennett

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